Radio im Netz
Dietmar Timm, Leiter der Stabsstelle Zentrale Aufgaben/Multimedia für die Programme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur, ist unter anderem für den Auftritt im Internet zuständig. Gegenüber movingmedia äußerte er sich zu dem Thema „Online-Radio“ am Beispiel von Deutschlandradio.
Deutschlandradio ist ein nationaler Sender. Welchen Programmschwerpunkt legt Deutschlandradio im Vergleich zu anderen Radiosendern?
Deutschlandradio veranstaltet zwei Hörfunkprogramme: Deutschlandfunk als Informationsprogramm und Deutschlandradio Kultur mit einem kulturellen Schwerpunkt. Beide Programme zeichnen sich durch einen hohen Wortanteil aus.
Wann ging Deutschlandradio online und wann wurde der Live-Stream eingeführt?
Ein Online-Angebot von Deutschlandradio gibt es seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre, die Live-Streams beider Programme seit 2000.
Inwiefern hat sich die Beteiligung der Hörer im Radio verändertn bzw. wie viele Hörer verfolgen täglich den Live-Stream am Computer?
Inwieweit sich die Beteiligung der Hörer verändert hat, kann ich nicht beurteilen. Der Deutschlandfunk hat täglich rund 1,4 Millionen Hörer, Deutschlandradio Kultur rund 370 000. Die Live-Streams beider Programme werden monatlich rund eine Million Mal abgerufen. Ob es eine Verlagerung der Hörerschaft vom Radio zum Internet-Stream gab, wissen wir nicht.
Gab es seither einen Zuwachs der Hörerschaft?
Einen Zuwachs der Hörerschaft gab es in den letzten Jahren sowohl für Radio, als auch für die Live-Streams. Bei letzteren haben sich die Zugriffszahlen in den letzten beiden Jahren in etwa verdoppelt.
Welche Zielgruppe hat Deutschlandradio und wie hat sie sich durch den Einsatz des Internet-Live-Streams verändert?
Die Zielgruppen der beiden Programme haben sich durch den Einsatz der Live-Streams nicht verändert. Kernauftrag ist ja auch weiterhin, Radioprogramme anzubieten. Es werden über das Internet aber ganz offensichtlich etwas jüngere Zielgruppen erreicht.
Ist das Internetradio nur ein derzeitiger Trend oder wird es sich auch in Zukunft durchsetzen? Was meinen Sie und welche Tendenzen sind erkennbar?
Die Verbreitung von Radioprogrammen über das Internet hat sich als weiterer Verbreitungsweg – wohl auch für die Zukunft – durchgesetzt. Es gibt bereits jetzt einen Trend zum zeit- und ortsunabhängigen Hören, wie Audio on demand und Podcasts. Das wird sich verstärken. Sehr stark zunehmen wird der Wunsch nach Personalisierung, das heißt, die Möglichkeit zu nutzen, aus angebotenen Inhalten ein jeweils eigenes Programm zum privaten Gebrauch zusammenzustellen.
movingmedia bedankt sich recht herzlich für das Interview.
Carolin Hübner, 12. Januar 2009
Internet killed the Television-Star?
In den USA sind Breitbandprogramme der Fernsehanstalten schon längst Standard. Auch in Deutschland zeichnen sich Entwicklungen hin zu einer Verbreitung des Fernsehens über neue Kanäle ab. Angefangen beim IPTV der Telekom bis hin zu Internet-Plattformen mit Senderbeteiligung wie Clipfish, Maxdome oder MyVideo. Jenseits von Kabel, Satellit und Antenne gibt es eine Vielzahl von Programmangeboten.
Im März 2008 ging Hulu.com offiziell „onAir“ – ein legales, kostenloses Fernsehangebot im Netz. Gezeigt werden mehr als 250 TV-Shows und 100 Filme, von Fox, NBC und Universal. Und stetig kommen neue Partner hinzu. Finanziert wird das alles über Werbeunterbrechungen, die bisher noch deutlich kürzer sind als im US-Fernsehen.
Wir Europäer haben davon allerdings nicht viel – die Website bzw. der Stream ist für uns blockiert. Es hat sich also kaum etwas geändert: In den USA verlagert sich das Fernsehen zunehmend ins Web, in Deutschland passiert bislang nur sehr wenig. Doch warum ist es hierzulande so schwierig? Hulu.com zeigt doch, dass es funktionieren kann.
Das Konzept geht auf. Anfänglich lagen die Lizenzrechte für die Inhalte bei den Hulu-Betreibern NBC Universal und News Corp. Inzwischen ist Hulu aber so populär, dass auch andere Networks Inhalte zur Verfügung stellen. Rund 50 TV-Stationen sind mittlerweile vertreten.
In Deutschland sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Zwar bieten T-Online oder Maxdome Filme über das Internet an, teilweise auch in HD-Auflösung, aber sie lassen sich das Ganze gut bezahlen – da ist die Videothek um die Ecke meist billiger. Kostenpflichtig sind sowohl Archiv- als auch „Vorab-Videos“, die Einzelfolge „CSI: New York“ kostet bei RTLnow 1,99 Euro. Ausschließlich kostenlose Inhalte findet man bisher nur in der ARD- und ZDF-Mediathek. Angeboten werden vor allem Eigenproduktionen. Nur dürfte beispielsweise der „Tatort“ für die meisten Web-Nutzer weniger attraktiv sein als eine populäre US-Serie, wie „CSI: New York“.
Auch Privatsender wie ProSieben, RTL oder Vox bieten über ihre Web- Seiten kostenlos Folgen von Eigen- und Fremdproduktionen an. Sie versuchen das Internet gezielt zu nutzen, indem z.B. verpasste Sendungen nachgeholt werden können. Außerdem werden solche Plattformen für Promo-Zwecke genutzt, indem Erstausstrahlung im Internet gezeigt werden und so als Appetizer für den kommerziellen Teil des Angebots dienen.
Ein bisschen Bewegung zeigt sich also schon in Deutschland, doch wirkliche Hits sind das nicht. Das liegt wohl daran, dass Filme „on demand“ noch am Ende der Verwertungskette stehen. Ein Film wird erst im Stream gezeigt, wenn er schon alles Geld eingespielt hat.
Die TV-Landschaft bemüht sich zwar neue Möglichkeiten im Internet zu finden, dennoch ist klar: bis jetzt hat sich noch keine klare Vorgehensweise der Medienunternehmen herausgebildet. Auch wenn sich CNN-Manager David Payne im SPIEGEL ONLINE-Interview sicher ist: „Fernsehen wird nicht verschwinden; es wird eine Zusammenführung von Inhalten geben“, wird der TV-Werbemarkt schrumpfen und der Zuschauer wird seinen TV-Konsum ins Netz verlagern.
Felix Donath, 11. Januar 2009
Quellen:
spiegel.de
meetinx.de
focus.de
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UKW Radio nur noch bis 2015
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Fernsehen ist moderner als Radio. Früher als geplant ist der Umstieg auf das digitale Fernsehen abgeschlossen. Jetzt soll das Radio folgen. Bis 2015 soll aus analogem digitales Radio werden. Wenn es nach der EU geht, wäre es schon 2012 soweit.
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So einfach wie die Umstellung beim Fernsehen auf DVB-T sieht es beim Radio leider nicht aus. Eine komplette Umstellung auf DAB (Digital Audio Broadcast) würde bedeuten, dass alle Radiogeräte in Deutschland, von heute auf morgen, nur noch Technikschrott wären. Alleine in den Haushalten wären rund 300 Millionen UKW-Geräte reif für die Müllkippe.
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Schon lange ist die Digitalisierung des Hörfunks im Gespräch. Viele Radiostationen senden zusätzlich zu ihren UKW-Frequenzen auch schon digital. Nach aktuellen Zahlen der „Radiozentrale“ liegt die DAB-Sendeabdeckung im Bundesgebiet bei rund 85 Prozent. Hört sich gut an, doch jetzt fangen die Probleme an. Laut der Uni Bonn haben aber tatsächlich nur rund 546 000 Bundesbürger einen DAB-Empfänger haben. Viele Signale sind auch noch so schwach, dass sie ohne eine Außenantenne nur schwer in den Gebäuden zu empfangen sind. Zudem fallen die staatlichen Subventionen für DAB stetig ab. So ist diese Form des Digitalradios für viele Radiosender nicht mehr rentabel. Sie stellen ihre digitale Programmübertragung ein. Dazu kommt dann auch noch, dass DAB schon veraltet ist und bald ausgedient hat. Denn die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten hat sich für die Einführung eines neuen digitalen Rundfunkstandards auf Basis von MPEG 4 AAC+ ausgesprochen. Damit sind auch viele verschiedene neue Technologiestandards sind im Gespräch.
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Hier wird es jetzt sehr unübersichtlich. Mit im Rennen sind DRM (Digital Radio Mondiale), DMB (Digital Multimedia Broadcasting), DVB-H (Digital Video Broadcast Handheld) und DxB (Digital Extended Broadcasting). DRM kann als Lang-, Mittel- und Kurzwelle übertragen werden. DMB ist der Nachfolger von DAB und soll dessen vorhandene Hardware nutzen. Mit DMB können neben Audio- auch Videosignale übertragen werden. DVB-H ist mit dem Fernsehstandard DVB-T zu vergleichen und kann ebenso wie DMB auch Videosignale verarbeiten. Außerdem versucht die Fraunhofer Gesellschaft in einem Modellversuch DMB und DVB-T zur Hybridtechnologie DxB zu vereinen.
Wer sich letztendlich durchsetzen wird ist noch unklar. Doch eines steht jetzt schon fest, im Endeffekt hat der Konsument das Nachsehen. Schnell kann das falsche Empfangsgerät im Einkaufswagen landen, denn im neuen digitalen Radiodschungel fällt der Durchblick schwer. Viele Verschiedene Technologien und noch mal mehr unterschiedliche Empfangsgeräte. Und was spielen die Radiohörer hier für eine Rolle? Außer als Käufer eigentlich keine. Die Digitalisierung des Hörfunks ist politisch gewollt und Medienpolitik ist nur selten Verbraucherpolitik.
Michaela Müller, 11. Januar 2009
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Quellen:
wikipedia.org
heise.de
radiozentrale.de
stuttgarter-zeitung.de
spiegel.de
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Der Traum vom Online sein – jederzeit und überall
2009 ist das 10-jährige Jubiläum der mobilen Webnutzung per Handy. Auf dem Weg vom noch unausgereiften Start 1999 gab es einige Probleme, Lösungsversuche und Entwicklungen bis zu den neusten Innovationen.
Heutzutage werben immer mehr Handy-Anbieter für neue Modelle, die das Surfen zu jeder Zeit und fast jedem Ort ermöglichen sollen. Gleichzeitig werden massenhaft dazugehörige Flatrates angeboten, bei denen ein Anbieter den Anderen versucht zu übertrumpfen. Doch diese Selbstverständlichkeit ist nur ein weiterer Beweis für die schnelllebige Medienwelt mit der der Endverbraucher im 21. Jahrhundert konfrontiert wird. Gerade mal 10 Jahre ist es her, dass das Pioniermodell „WAP“ (das sogenannte Wireless Application Protocol ) auf der Cebit vom 18.-26. März vorgestellt wurde. Dies ist eine Kombination aus Techniken und Protokollen, welche Internetinhalte für die langsameren Datenraten, die längeren Antwortzeiten und die kleineren Displays im Mobilfunk verfügbar macht. Der genutzte Datenübertragungsdienst nannte sich GSM (Global System for Mobile Communications) und erreichte gerade mal 9,6 kbit/s. Zu dieser Zeit waren die auf dem Handy dargestellten Websites, bedingt durch begrenzte technische Möglichkeiten beim Display, jedoch noch schwarz/weiß, sehr schlicht gehalten und von schlechter Auflösung. Gleichzeitig wurde in Japan das konkurrierende i-mode Modell vorgestellt, welches bereits, im Gegensatz zu WAP, farbige Grafiken anbot. Diese hauptsächlich im asiatischen Raum verbreitete Version wurde erst 2002 von E-Plus in Deutschland aufgegriffen und vermarktet. Aber schon 2006 wurde es wieder eingestellt, da man sich auf das bereits stärker verbreitete WAP-Modell als Standart für Deutschland einigte. Bedeutendster Manko war aber immer noch die geringe Übertragungsgeschwindigkeit und damit oft unzumutbare, verbindungsdauerbezogene Kosten für den Kunden. Dieses Problem wurde im Jahre 2000 mit der Einführung des Übertragungsdienstes GRPS (dem General Packet Radio Service) in Angriff genommen, welches im Vergleich zu seinem Vorgänger eine fünffach höhere Übertragungsgeschwindigkeit erreicht, was einem damaligen 56-kbit/s- Standard-Internet-Modem entsprach. Kurz darauf wurden auch die ersten dafür geeigneten Handys auf den Markt gebracht, wie das 6310 von Nokia oder das SGH-Q100 von Samsung. Was der Käufer zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, dass parallel die Lizenzen für UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), der Weiterentwicklung von GPRS, für 100 Milliarden Mark versteigert wurden und somit zeitgleich schon der Weg für die 3. Mobilfunk Generation geebnet wurde. 2003 wurde dann das farbliche WAP 2.0 angeboten, was Websites dann wirklich farblich auf dem Handy darstellte. Der 3G UMTS-Standard (wegen der 3. Generation der Datenübertragungsdienste) wurde 2004 eingeführt und erreicht Geschwindigkeiten von ca. 384 kbit/s. Und wieder zogen u.a. Nokia und Samsung nach mit dem N-7600 und dem SGH-Z105, welche als Endgeräte UMTS nutzen konnten. Die neusten Errungenschaften sind die Übertragungsverfahren HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) mit bis zu 13,98 mbit/s und HSPA+ (High Speed Packet Access Plus), der Weiterentwicklung mit bis zu 28 mbit/s, welche beide aber im Gegensatz zu GRPS und UMTS nicht überall, sondern nur in Ballungszentren oder Großstädten nutzbar sind. Absehbar ist jedoch, dass auch diese Modelle in einigen Jahren der Standard in Deutschland sein werden und somit ein Surfen im Internet mit Geschwindigkeiten wie über einen stationären Internetanschluss möglich sein wird. Verarbeiten oder nutzen können solche Dienste allerdings nur die neueren Handys, vor allem aber auch Smartphones wie das iphone 3g von Apple, das Blackberry Storm von Vodafone, oder das G1 von T-Mobile.
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Mario Kießling, 07. Januar 2009
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Quellen:
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Print:
Gelin, Rene: Mit dem Handy ins Internet, Düsseldorf 40223
Rosenbauer, Roland: Tessloffs Lexikon Multimedia, Internet, Computer, Handy & Co, Nürnberg 90419
Theml, Robert: Wireless Markup Language, Norderstedt 22848
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Personell:
Studenten des Studienganges Wirtschaftsinformatik der FH Mittweida
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Web:
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Was taugen Digitale Bibliotheken? Ein Test.
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Kennen Sie das auch? In der Bibliothek überlegen Sie sich dreimal, ob sie den interessanten aber schweren Wälzer wirklich mitschleppen wollen. Und immer wenn Sie gerade mal vorbeischauen ist das Magazin, das Sie lesen wollen schon ausgeliehen oder bis zur Unkenntlichkeit zerfleddert. Aber inzwischen gibt es schon einige Bibliotheken, bei denen man Medien online leihen kann. Doch was taugt das neue System und wie sieht das Angebot eigentlich aus? Wir haben den Test gemacht.
Zumeist verwenden Online-Bibliotheken das „Onleihe“-System, entwickelt von der DiviBib GmbH, die sich als „Partner der Bibliotheken und Verläge auf dem Weg ins digitale Zeitalter“ versteht. Auf www.bibliothek-digital.net gibt es eine Deutschland-Karte in der alle bisher entstandenen und entstehenden Online-Bibliotheken verzeichnet sind. Beispielhaft haben wir die Stadtbibliothek Würzburg gewählt, sie war eine der ersten „Onleihe-Bibliotheken“.
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Anmelden kann sich jeder vorerst kostenlos mit einem Schnupperaccount. In Video-Tutorials wird das Ausleihen und Zurückgeben sehr gut erklärt. Auch bei der Übersichtlichkeit kann „Onleihe“ punkten. Ganz im Web-2.0-Style gibt es eine Bewertungsmöglichkeit für jeden Titel und man bekommt Vorschläge à la „Nutzer, die diesesen Titel ausgeliehen haben liehen auch folgende Titel:“. Insgesamt fühlt man sich fast ein bisschen wie im Amazon-Shop.
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Wenn man etwas ausleihen will, werden die gewünschten Titel heruntergeladen. Bücher gibt’s als PDF und Videos und Audiotitel als wma Zurückgeben muss man die Medien übrigens nicht. Das passiert ganz von alleine, denn die Nutzungsrechte erlöschen automatisch nach der Ausleihfrist.
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Die Vorteile der Online-Bibliothek liegen klar auf der Hand: Jeder hat Zugriff auf alle Medien, man rennt nicht mehr mit dem Arm voller Bücher von Regal zu Regal. Man kann nicht mal mehr die Ausleihfrist vergessen. Und dann ist es auch noch 100%ig legal.
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Im Test zeigte sich dann jedoch, dass „Onleihe“ nur mit dem Windows Media Player und Adobe Digital Editions funktioniert. Schade für alle, die lieber alternative Player oder PDF-Reader nutzen. Ausserdem sind die ausleihbaren Titel nicht unbedingt attraktiv für junge Leute: im Bereich Musik beispielsweise steht fast ausschließlich Klassik zum Ausleihen bereit.
Positiv ist, dass man viele Titel auch auf tragbare Geräte laden kann und die neuesten Ausgaben von Spiegel und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur Verfügung stehen.
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Fazit: die „Onleihe-Bibliothek“ von Würzburg muss auf jeden Fall noch mit guten Inhalten gefüllt werden, um allen Nutzern gerecht zu werden. Sonst hat man sich schon nach wenigen Stunden durch den ganzen Medienpool gearbeitet. Für Menschen aus ländlichen Regionen bietet „Onleihe“ eine sehr gute Alternative zum Bücher-Bus, von den Vorteilen für Behinderte ganz zu schweigen. Insgesamt ist „Onleihe“ eine gute Idee an der aber noch viel gebastelt werden muss.
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Franziska Böhler, 11. Januar 2009
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Quellen
Online- vs. Einzelhandel
Mit der Zeit wird es immer offensichtlicher. Der Medienwandel ist allgegenwärtig und nimmt auch keinen Halt vor den Büchern. So werden immer mehr Buchhandlungen geschlossen, während der Online-Buchhandel boomt wie nie zuvor.
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Am Ende des vergangenen Jahres zeigte es sich wieder: der Online-Buchhandel verzeichnet höhere Umsätze als die herkömmlichen Buchhandlungen. Müssen wir nun befürchten, dass es den Buchladen um die Ecke bald nicht mehr geben wird?
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Der Versandbuchhandel boomt in Deutschland wie nie zu vor, während die Anzahl der Buchhandlungen von 4356 Anfang 2006 auf knapp 4000 zu Beginn 2008 absank – in ganz Deutschland. Doch was machen die Kollegen aus den „Online-Stores“ anders? Das Beispiel Amazon zeigt es – neuer Umsatzrekord für das Jahr 2008. 185 Mio. Produkte wurden im Advent geordert, heißt es. Der ‘Peak’ ist damit um 37% stärker als im letzten Jahr ausgefallen. Doch woran liegt es? Online werden dem Käufer neben den verschiedensten Büchern auch weitere Produkte angeboten. So kann dieser neben einem guten Buch auch gleich eine schöne CD für die Freundin, ein Spiel für die Kinder etc. beim Onlineanbieter käuflich erwerben, ohne sich dabei beispielsweise dem Gedränge und dem Stress im alljährlichen Weihnachtsgeschäft ausliefern zu müssen. Geschenke kaufen ganz bequem von zu Hause aus. Natürlich liegt es da nahe, dass viele diesen Angeboten folgen und sich nicht die Zeit nehmen und in ein Fachgeschäft zu gehen und sich von einem Verkäufer gegebenen Falls auch gleich beraten zu lassen. Doch genau diese kompetente Beratung ist genau das, was dem Käufer im Dschungel der zahlreichen Onlineanbieter fehlt. Dort kann man nur nach bestimmten Büchern suchen und kann nicht einfach im Geschäft schmökern gehen und sich ein paar Zeilen des einen oder anderen Buches zu Gemüte führen.
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Der allgemeine Medienwechsel geht eben nicht spurlos am Buchhandel vorbei. So sind unter anderem auch Lexikaverlage stark von diesem Wandel betroffen. Das musste auch Brockhaus und die „Brockhaus Enzyklopädie“ zu spüren bekommen. Es wurde sogar überlegt, die große Enzyklopädie im Internet kostenlos zugänglich zu machen, weil der Printabsatz stark rückläufig ist. So meldete die Verlagsgruppe Brockhaus für das Geschäftsjahr 2007 einen Verlust von 6.5 Millionen Euro. Das erstaunliche an der Meldung vom Online-Angebot war jedoch die verstärkte Nachfrage nach der Printausgabe. Die Zahl der Bestellungen sei seit der Online-Offensive steil in die Höhe gegangen. Das zeigt, dass möglicherweise viele Nutzer lieber ein Buch in den Händen halten, als auf einen Monitor zu schauen. Ein Buch kann man problemlos überall nutzen, wobei man bei der Online-Version immer an einen Rechner, sei er mobil oder stationär, gebunden ist.
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Der stetige Anstieg der Nutzung des Internets ist dabei jedoch undenkbar, da immer mehr Menschen dieses Medium bevorzugen, wenn sie sich umfassend über ein bestimmtes Thema informieren möchten. Es bleibt also zu hoffen, dass die guten alten Buchhandlungen einen Weg finden werden, eine Verbindung beider Verkaufsstrategien zu entwickeln. Die Buchhandlung um die Ecke, sowie die Möglichkeit auch online Bücher bestellen zu können. Die, die das bewerkstelligen können, werden sich vermutlich auch weiter im Markt halten können.
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Nadine Schmelter, 12. Januar 2009
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Quellen:
boersenverein.de
tripple.de
murrayhall.com
Abendprogramm Youtube
Dschungelcamp, Die Hit Giganten und Kocharena … Nichts dabei für Sie im Fernsehprogramm? Dann veranstalten Sie doch einen „Youtube-Abend“: Jeder stellt die lustigsten, unterhaltsamsten oder skurrilsten Videos vor, die er auf der allseits bekannten Online-Videoplattform kennt. Aber nein, nicht auf dem kleinen Computermonitor – auf dem Fernseher!
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„Cinematic Internet “ nennt Yahoo seine neue Technologie, die vergangene Woche im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt wurde. Dafür ist der kalifornische Konzern Kooperationen mit Chip-Konzern Intel und namenhaften Elektronikherstellern wie Samsung, Sony und LG Electronics eingegangen. Einen ausreichend schnellen Internetanschluss vorausgesetzt, soll die auf den Geräten laufende „Yahoo Widget Engine“ ausgewählte Dienste wie Nachrichten, Wetter, Videoangebote oder Aktienkurse direkt auf den TV-Bildschirm bringen. Auch für die verschiedenen Inhalte hat sich Yahoo bereits zahlreiche bekannte Partner ins Boot geholt, so unter anderem eBay, MySpace, Flickr, Amazon, Netflix, CBS und Twitter. Samsung konnte auf der CES bereits erste Flachbildschirm-HDTV-Modelle präsentierten, die zeigten, wie die angebotenen Dienste dezent neben dem weiterlaufenden TV-Programm eingeblendet werden. Der Verkauf auf dem US-Markt soll laut Yahoo schon im Frühjahr 2009 beginnen, ein paar Monate später ist auch in Europa Marktstart.
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Bereits vor einem Jahr stellte Panasonic auf der CES 2008 Fernsehgeräte mit einer sogenannten „Vierra Cast“-Funktion vor, die über einen integrierten Breitband-Internetzugang auf Youtube-Videos, Picasa-Fotoalben und andere Informationsdienste zurückgreifen konnten. Der japanische Elektronikkonzern setzte dabei auf ein eigens zusammengestelltes Sortiment an Nachrichten und Dienstleistungen, für Navigation und Darstellung wurde ebenfalls eine eigene Bedienoberfläche geschaffen. Yahoo dagegen gab vergangenen Mittwoch in Zusammenarbeit mit Intel das „Widget Development Kit“ (WDK) frei, das es Programmierern, Geräteherstellern und Werbekunden ermöglicht, eigene Anwendungen zu entwickeln. Diese können dann von den Zuschauern aus Yahoos „Widget Gallery“ gratis oder gegen Gebühr auf den Fernseher heruntergeladen werden.
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Die Chancen für die Verschmelzung von TV und Internet scheinen gut zu stehen. Die Menschen wollten dauernd mit dem Web und ihren Bekannten vernetzt sein, auch wenn sie fernsehen, äußerte Analyst Ross Robin vom Marktforscher National Purchase Diary (NPD) Group gegenüber der Financial Times. „Wir gehen von einem beträchtlichen Wachstum beim Verkauf solcher Geräte aus“, so seine Prognose. Einen Wermutstropfen hat die Neuentwicklung allerdings doch: Aufgrund der unterschiedlichen Hardware-Konfigurationen der einzelnen Hersteller werden nicht alle TV-Widgets auf jedem Fernsehgerät laufen. Jeder Fernseher besitzt nur Zugriff auf einen eigenen Widget-Pool, es liegt in der Hand der Geräte-Hersteller, welche Dienste sie anbieten. So ist das Youtube-Widget bis jetzt lediglich auf den Samsung-Modellen zu finden, LG und Sony dagegen bieten nur Zugang zum Yahoo-eigenen Videoangebot.
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Jan Holubek, 12. Januar 2009
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Quellen:
samsung.de (Pressemitteilung als zip-Archiv)
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VideoOnDemand in die Filmförderung aufgenommen
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VideoOnDemand ist in aller Munde. Was auf den ersten Blick innovativ aussieht, hat auch tieferen Einfluss auf die Finanzierung von Kinofilmen. Das neue Filmförderungsgesetz versucht VoD in das bisherige System miteinzubeziehen.
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Mit dem Feldzug der Digitaltechnik hat sich auch beim Kino-Film einiges getan. Aufwendige Computeranimationen und gute Bildqualität am Flachbildschirm sind die Errungenschaften, die jeder kennt. Video-Kassetten kauft keiner mehr, die DVD steht bereits im Konflikt mit hochauflösenderen Formaten wie Blu-ray Disc und es sind zahlreiche alternative Formen der Auswertung entstanden. All diese Auswertungsmodelle und Fernsehen bringen das eigentliche Geld, denn das Box-Office, also der reine Ticketerlös an der Kinokasse, dient nur noch zur Refinanzierung von Produktion und Filmkopien. Eine von diesen neuen Verwertungsformen ist VideoOnDemand (VoD). Übersetzt „Video auf Abruf“, so heißt die neue Wunderwaffe, die es möglich macht, einen Film gegen eine kleine Gebühr jederzeit anzusehen. Was auf den ersten Blick für den Konsumenten sehr innovativ ist, bringt aber durchaus Probleme mit sich. Eine Branche, die jahrelang nach festen Abläufen funktioniert hat, steht vor einer großen Herausforderung. Die Industrie darf trotz technischer Möglichkeiten die Kinobesucher, Film-Freunde und Konsumenten und deren Nutzerverhalten nicht aus den Augen verlieren. Denn eines gilt als sicher: Der Zuschauer entscheidet auch in Zukunft über den Erfolg von Filmen. Er bestimmt, was er sich wo, wie, wann und für wie viel Geld anschaut. Es klingt bitter, ist aber so: Kunst hin oder her – ohne Geld für den Produzenten gibt es keinen guten Kinofilm.
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Vergleicht man Hollywoodfilme mit deutschen Kinoproduktionen, stechen die Unterschiede bei der Finanzierung ins Auge. Während in den USA Filme durch große Studios finanziert, produziert, verliehen und vertrieben werden, ist der Markt in Deutschland kleiner aufgestellt. Produktionsfirmen bestehen oft aus nicht mehr als 5 Mitarbeitern. Produktion, Verleih und Vertrieb sind auf getrennte Unternehmen aufgeteilt. Das vergleichsweise niedrige Budget eines durchschnittlichen deutschen Kinofilmes liegt bei 3-5 Mio Euro. Dieses Geld muss vom Produzenten mühsam gesammelt werden – in der Hoffnung, dass die Rechnung am Ende aufgeht und sich der Film refinanziert. Neben der fast immer genutzten Möglichkeit der Koproduktion mit einem TV-Sender, stehen dem Produzenten auch eine Vielzahl von finanziellen Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Die größte und wirtschaftlich gesehen wichtigste ist die Filmförderanstalt, kurz FFA. Als Bundesanstalt des öffentlichen Rechts hat sie laut Gesetzestext unter anderem die Aufgabe, „Maßnahmen zur Förderung des deutschen Films und zur Verbesserung der Struktur der deutschen Filmwirtschaft durchzuführen.“ Gesetzliche Grundlage dafür ist das Filmförderungsgesetz (FFG).
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Die FFA fördert in verschiedenen Formen. Das Fördervolumen für alle Bereiche im Jahr 2008 lag bei 76 Mio €. Neben der Förderung der Filmherstellung wird auch der Vertrieb und Absatz gefördert. Die Filmtheaterförderung beispielsweise ermöglicht Kinobetreibern einen Förderbetrag zum Betrieb, Modernisierung und Erhalt ihres Kinos in Anspruch zu nehmen. Die Betreiber müssen jedoch als Gegenleistung wiederum eine sogenannte „Filmabgabe“ an die FFA zahlen. Nach diesem Prinzip finanziert sich die FFA. Die Filmabgabe ist eine wirtschaftsverwaltungsrechtliche Ausgleichsabgabe, die als Selbsthilfemaßnahme der Film- und Videowirtschaft ausgestaltet ist. Geld fließt vom Kino zu den Produzenten. Die FFA bezieht keinerlei Steuermittel. Im Film- Fernseh-Abkommen ist der freiwillige Beitrag der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten zur Förderung geregelt. Fernsehanstalten erbringen demnach Medialeistungen, d.h. Sie stellen Werbezeit für Kinofilme zur Verfügung.
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Eine wichtige Änderung ist die Einbeziehung einer bislang ignorierten Nutzergruppe und auch Anbietergruppe, den Videoprogrammanbieter, also denVoD-Plattformen. Sie erhalten nun Fördermittel, müssen jedoch auchFilmabgaben zahlen. Damit wird VoD grundsätzlich das erste Mal vom Gesetzgeber akzeptiert. Somit ist VoD grundsätzlich in der Auswertungskette anerkannt.
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Noch ist es schwer abzuschätzen, ob sich VoD als Filmplattform am Markt und vor allem beim Nutzer wirklich durchsetzen kann. Im Bezug auf die Rechteverteilung für VoD, ist die Position der Produzenten im neuen FFG gestärkt worden. Die Aufteilung der Rechte für VoD-Auswertung erfolgt bei geförderten TV-Koproduktionen ab sofort „fair“ und unter bestimmten Bedingungen für Produzent und beteiligten TV-Sender. Es ist anzumerken, dass eine Kinofilmproduktion ohne Fernsehsender als Ko-Produzent in Deutschland finanziell kaum möglich ist. Für den Produzenten ist es lukrativer, die Verwertungsrecht für die verschiedenen Auswertungsstufen einzeln zu verkaufen, als wenn er alle Rechte in einem Bündel an einen Käufer abgibt. Es soll dem Produzenten von nun an die Möglichkeit gegeben werden, die Chancen, die der im Entstehen begriffene Pay-VoD-Markt bietet, künftig nutzen zu können. Electronic-Sell-Through- sowie Download-to-Own-Rechte verbleiben grundsätzlich beim Produzenten, werden also nicht automatisch mit verkauft. Diese Rechte erlauben den anschließenden Download eines Filmes, der online angesehen wurde. Pay-VoD-Rechte (kostenpflichtiger Abruf, also VoD im eigentlichen Sinne) werden grundsätzlich nur nicht-exklusiv verkauft, und auch nur unter der Vorraussetzung, dass sich der TV-Sender substantiell an der Filmproduktion beteiligt. Diese Beteiligung stellt für den Produzenten ein weiteres Mittel zur Schließung der Finanzierung im Vorhinein; außerdem kann er die Pay-VoD-Rechte aufgrund der nicht-Exklusivität noch an einen anderen Anbieter verkaufen. Mit dem Erwerb der Free-TV Rechte, erhält der Sender gleichzeitig die ree-VoD-Rechte, die ihm erlauben, den Film 7 Tage lang nach Erstausstrahlung kostenfrei in seiner Mediathek zur Verfügung zu stellen.
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Diese Regelung wird von Produzenten nicht uneingeschränkt positiv bewertet. „Dieser Kompromiss muss sich nun in der wirtschaftlichen Realität beweisen. Wir werden sehr sorgfältig beobachten, ob die getroffenen Regelungen ausreichen, einen eigenständigen Verwertungsmarkt entstehen zu lassen, der den Produzenten und damit auch den Förderern die eigenständige Verwertung ihrer Filme im Onlinemarkt und somit auch zusätzliche Rückflüsse für die Förderer ermöglicht.“, so Dr. Christoph Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen. Eine weitere wichtige Änderung für Produzenten von geförderten Kinofilmen ist die Verkürzung der Sperrfristen. Sperrfristen bezeichnen einen Zeitraum nach Erstaufführung eines Kinofilms, in dem der Film nicht in weiteren Medien ausgewertete werden darf, also gezeigt, verkauft oder verliehen werden darf. Diese Sperrfristen dienen dem Bestandsschutz der einzelnen – Auswertungsstufen. Es wird dadurch verhindert, dass ein Film nach bereits wenigen Monaten seinen kompletten wirtschaftlichen Wert verloren hat, da er zu schnell in verschiedenen Formen zu sehen ist. Außerdem werden auch Kinos und Videotheken geschützt, da ihnen durch die Sperrfristen ein gewisser Geschäftszeitraum zugesichert wird. Wären keine Sperrfristen vorhanden, würde die Auswertung nach rein subjektivem und wirtschaftlichem Ermessen des Verleihs abgewickelt werden, sodass sich die verschiedenen Auswertungsstufen gegenseitig hinderlich wären und das ganze System der Branche ins Ungleichgewicht gerät. Mit der Verkürzung der Sperrfristen, wird den Veränderungen im Nutzerverhalten der Zuschauer Rechnung getragen. Die VoD-Sperrfirst wurde von 12 auf 9 Monate herabgesetzt, jedoch ist eine Verkürzung auf 6 Monate bei Zustimmung des betroffenen Programmanbieters möglich. Free-TV wurde von 24 auf 18 Monate, Pay-TV von 18 auf 12 Monate herabgesetzt. DVDs und Videos dürfen in der Regel weiterhin nach 6 Monaten erscheinen – auch hier sind Sondervereinbarungen möglich. Diese Regelung hätten Produzenten gerne etwas flexibler gestaltet. Jedoch würde eine Verkürzung der Videosperrfrist auf 4 Monate auch Einfluss auf die Kinos haben, da der Zeitraum zwischen Kinostart und DVD sehr klein ist. Das würde sich auch an den Zuschauerzahlen bemerkbar machen. Ein Vorteil jedoch wäre, das der Zeitraum zwischen DVD-Veröffentlichung und VoD-Start größer ist, was auf höhere Aufrufzahlen bei VoD hoffen lässt. Noch gilt Kino als starke Auswertungsform, vor allem aber auch als Kulturstätte, die es aus Sicht von allen Beteiligten zu schützen gilt. HDTV, Blu-ray Disc oder Internet – eine strikte Veränderung der ursprünglichen Form des „Filmeschauens“ wird wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen, da es für die Branche zu teuer ist, es im Moment noch zu gute Erfolgszahlen gibt. Mit Spannung bleibt aber abzuwarten, ob und wie sich momentane Nebenschauplätze wie VoD in den Mittelpunkt drängen.
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Markus Mayr, 12. Januar 2009
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Quellen:
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Literatur: Hahn, Anke; Schierse, Anna: Filmverleih. In: Giesen, Rolf (Hg.): Praxis Film. Bd 15. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2004. Jacobshagen, Patrick: Filmbusiness. Filme erfolgreich finanzieren, budgetieren und auswerten. Bergkrichen: PPVMEDIEN GmbH 2008. Wendling, Eckhard: Filmproduktion. Eine Einführung in die Produktiosnleitung. In: Praxis Film. Bd 46. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2008.
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Internet:
Abschalten durchs Einschalten?:
Früher war alles besser. Außer vielleicht unsere Mittel zu reisen, unseretechnischen Möglichkeiten oder auch die Gelegenheiten, sich zu bilden. Vorallem in der Film- und Fernsehbranche hat sich einiges getan.
Hochwertige Kameras mutieren zu Meistern der digitalen Wahrnehmung, Kamerateams gelangen ohne Weiteres an alle beliebigen Orte der Welt, um mit ihren Linsen Einzigartiges einzufangen. Doch wohin zieht es mehr und mehr Erschaffer der Fernsehunterhaltung? Auf den Bauernhof, um dort das einzigartige Spektakel festzuhalten, wie ein einsamer Bauer nach einer arbeitsfähigen Frau sucht. Oder vielleicht in die deutschen Wohnzimmer, um Zeuge zu werden wie Tauschmutter eins mit Tauschmutter zwei endlich ausspricht. Auch ein ehemaliges Farmgelände in Australien ist seit dem 9. Januar wieder Drehort zahlreicher Kameras. Die Einzigartigkeit vom Verhalten possierlicher D-Promis im Dschungel wird aufgenommen. Die von der Öffentlichkeit längst Vergessenen D-Promis, kämpfen sich durch den Tunnel des Grauens, stürzen in die Schlangengrube und durchschwimmen Terror-Aquarium. Umsonst tun sie all dies natürlich nicht. Was diese armen Geschöpfe nicht alles über sich ergehen lassen. So viel, dass sogar um die Verletzung ihrer Menschenwürde gefürchtet wird. Viel eher als Menschenrechtsvertreter, sollten sich jedoch Tierschützer um die unfreiwilligen und sicher nicht entschädigten tierischen Teilnehmer sorgen. Jedoch scheinen weder die kaum vorhandene Bekanntheit der Teilnehmer, noch die unsinnigen und zum Teil abstoßenden Inhalte vom Einschalten des Dschungelcamps abzuhalten. Im Gegenteil platzierten sich insgesamt 6,44 Millionen Menschen vor dem Fernseher, als das Staffelfinale der letzten Ausgabe ausgestrahlt wurde. Doch warum zieht das gestellte und bezahlte Leben unbekannter Menschen, so viele Zuschauer in den Bann? Das Fernsehen entwickelte sich von einem schwarz/weiß- Sender, zu noch mehr Sendern, bis hin zum Farbfernsehen und einer großen Auswahl an Programmen. Früher planten die Menschen ihren Tagesablauf nicht nach ihren Lieblingssendungen. Heute wird das Leben in vielerlei Hinsicht bequemer und somit auch passiver. Natürlich ist es auch bequemer sich etwas vorleben zu lassen als sich selbst einen Tagesablauf zu gestalten. Es scheint die Erkenntnis in der Luft zu liegen, dass sensationelle Ereignisse nur noch im Leben anderer zu finden sind. Denn wann kocht Mutti schon Kakerlaken zum Abendessen? Das eigene Leben wird als zu langweilig empfunden, im Fernsehen werden Sensationen en masse auf dem silbernen Tablett serviert. Sollte nun gegen diese Entwicklung angekämpft werden? Oder schafft das Teilhaben am Dasein anderer Ablenkung von den eigenen Problemen? Hilft das sich Berieseln lassen gegen den Stress im Alltag? Und muss jede Minute des Tages immer geistreich und bildend sein? Jeder kennt seine speziellen Antworten auf diese Fragen und jedem sollen diese Antworten auch selbst überlassen werden.
Anja Keller, 12 Januar 2009
Quellen:
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Post aus Fernost – Texte und Anzeigen zu Sonderpreisen
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Wenn Medienhäuser in der Krise stecken, scheint ihnen jedes Mittel recht, um die Talfahrt in die scharlachroten Zahlen zu stoppen. Eine Möglichkeit, Kosten einzusparen, bietet das Auslagern von Aufgaben, die auch Arbeitnehmer aus Niedriglohnländern mit Leichtigkeit übernehmen können. Layouts, Grafiken oder gar journalistische Texte wie Textilwaren zu Billigpreisen produzieren lassen – ein Weg, der sicherlich viele Konzerne im derzeitigen Anzeigenrückgang und einer bevorstehenden Medienkrise anlächelt.
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Eins, zwei, drei im Sauseschritt, läuft die Zeit, wir laufen mit. Vor sechs Jahrhunderten mussten ganze Zeitungsseiten noch in aufwändiger Kleinarbeit gesetzt werden. Heute ist der Computer entlastendes Hauptarbeitsmittel im Redaktionsalltag. Beim stichprobenartigen Vergleich mehrerer Jahrhunderte und Dekaden wird schnell ersichtlich: Medien müssen sich einer ständigen Entwicklung unterwerfen. Nicht nur die Themenvielfalt und die Informationsflut wachsen stetig an, auch technisch ergeben sich immer mehr Möglichkeiten. Mit der weltweiten Vernetzung durch das Internet ergeben sich immer größere Dimensionen für die Medienhäuser.
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Doch diese müssen nicht stets, und für alle Beteiligten, positiver Natur sein – im Gegenteil. Durch die simple und schnelle Verknüpfung mehrere Standorte auf der Welt ließen sich ganze Medienabteilungen in Niedriglohnländer auslagern. In Zeiten der Finanzkrise, die sich längst schon zur Medienkrise ausgeweitet hat, eine nicht unattraktive Sparmaßnahme. Für deutsche Mitarbeiter bedeuten diese Impulse allerdings nichts Gutes. Die Konkurrenz durch Arbeitnehmer aus dem Ausland könnte steigen und ihnen, aufgrund niedrigerer Lohnforderungen, die Arbeitsplätze streitig machen.
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Ein Blick nach Übersee, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, macht es deutlich. Das sogenannte „Outsourcing“ also Auslagern, in diesem Fall von Medienerzeugnissen, scheint lange nicht mehr nur eine Idee im Anfangsstadium zu sein. Medienunternehmer James Macpherson hat es vorgemacht, sein Online-Zeitung „Pasadena Now“ wird von Journalisten mit Lokalnachrichten gefüllt. Das Besondere oder vielmehr Befremdliche: Macphersons Mitarbeiter schalten und walten unter anderem aus dem 14 000 Kilometer entfernten Indien. Seine Idee geht auf, er und sein Konzept sind die Sieger in der akuten Medienkrise in den USA. Nun gedenken auch große amerikanische Medienhäuser, mit finanziellen Nöten und Zukunftsproblemen, sein Modell partiell nachzuahmen.
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Es gehe ums Überleben, sagt der Medienunternehmer aus den Vereinigten Staaten in der Publikumszeitschrift „Spiegel“. Schönes Schreiben und glanzvolle Geschichten stünden im Hintergrund. Es ist das altbekannte Spiel, Engel gegen Teufel. Und der Faktor Wirtschaftlichkeit verdrängt bedauerlicherweise immer häufiger den Anspruch an Qualität. Macpherson lässt von seinen Mitarbeitern Lokalnachrichten aus dem kleinen Örtchen Pasadena wie billige Textilware im Ausland produzieren. Sie schauen sich beispielsweise Stadtratssitzungen in Pasadena via Podcasts oder Live-Videos im Internet an und verfassen dann entsprechende Artikel für die Online-Zeitung. Für die Umstrukturierung seines Medienunternehmens, also das Outsourcing, hat Macpherson seine gesamte ursprüngliche Redaktion auf die Straße gesetzt. Heute weiß er selbst gar nicht mehr genau, von wo aus all seine ausländischen Mitarbeiter die journalistischen Beiträge liefern. Persönlicher Bezug, Teamwork, Kollegialität oder Zwischenmenschlichkeit haben hier keine Bedeutung.
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Kostendruck durch Auflagen- und Anzeigenverluste hin oder her. Soll demnächst alles, was auch durch billige Arbeitskräfte am Computer erledigt werden kann, ins Ausland verlagert werden, um Kosten zu sparen? In Deutschland müssten so beispielsweise Grafiker oder Zeitungsdesigner um ihre Jobs bangen. Immerhin kann man dem Arbeitnehmer in Mumbai ohne große Probleme und in Sekundenschnelle die Individuellen Wünsche für die nächste Grafik in einer E-Mail übermitteln. Genauso schnell kommt nach getaner Arbeit das Ergebnis via Internet zurück – und das vor allem kostengünstig. Das gleiche gilt für das Layout einer Zeitung. Einmal alle Details und Wünsche geklärt, kann man auch diese Arbeit getrost den Kollegen in der Ferne überlassen. Und bei Problemen genügt eine Nachricht oder ein Anruf.
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Nichts ist heute mehr unmöglich! „Heute spielt es keine Rolle mehr, ob Ihr Schreibtisch am Ende des Flurs oder am anderen Ende der Welt steht“, sagte Dean Singleton laut Spiegel auf einer Verlegertagung Ende 2008. Der Chef von „MediaNews“, einer großen amerikanischen Zeitungsgruppe, lässt die Anzeigengestaltung aller 54 Blätter in Indien produzieren. Sogar das Layout übernehmen die zuverlässigen Kollegen aus Mumbai. Wer seine grauen Zellen auch nur für fünf Minuten in den Bereitschaftsmodus setzt wird schnell erkennen, dass dies keine langfristige Lösung sein kann. Wir können ja geradezu glücklich sein, dass unsere Muttersprache keine Weltsprache ist. Denn sonst wäre es auch bei uns zu Lande schon ein Leichtes, journalistische Texte und ganze Online-Zeitungen von Kollegen aus Niedriglohnländern produzieren zu lassen. Hatte es also doch ein gutes, dass vor über 200 Jahren Englisch und nicht beispielsweise Deutsch zur Weltsprache erhoben wurde. Aber dieser kleine Vorteil gegenüber englischsprachigen Ländern könnte nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Denn auch diese Hürden sind nicht unüberwindbar oder leicht umgänglich. So sorgte im Jahr 2003 eine Anzeige im „European Asian Business Network“ für Furore in der Medienwelt: „Deutsche Profi-Journalisten in Südostasien bearbeiten und formulieren Ihre Rohtexte. Kompetent – individuell – zeilengenau. Und konkurrenzlos billig!“ Fünf Jahre sind seither ins Land gegangen und mittlerweile stehen wir mitten in einer Finanzkrise, die den damals schon schwachen Medienmarkt weiter in den Abgrund reißen wird.
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Aber ist es wirklich möglich, deutsche Qualität zu chinesischen Preisen herzustellen? Das Schicksal der Redaktionen liegt wohl nicht zuletzt in den Händen der Leser. Doch ob diese überhaupt noch gute Qualität erwarten, ist in Zeiten hoher Einschaltquoten beim Jubiläumssender RTL und immensen Auflagen bei der Boulevardzeitung BILD leider fraglich.
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Lena Belz, 3. Januar 2009
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Quellen:
Spiegel (Nr. 52, vom 20.12.08 – Rubrik „Medien“, Titel „Es geht ums Überleben“)
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Bücherläden sind für Bertelsmann nicht mehr interessant
Der Büchermarkt ist im Wandel. Auch die großen Unternehmen wie Bertelsmann müssen für die Zukunft umstrukturieren. Deswegen verkaufte das Unternehmen letztes Jahr die ersten Buchläden.
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Bertelsmann AG verkauft seine Buchläden. Damit beendet das Unternehmen ein langes Kapitel in der über 170 jährigen Firmengeschichte. Begonnen hatte die Ära Bertelsmann, als Carl Bertelsmann am 1. Juli 1835 den Bertelsmann Verlag gründete. Damit entwickelte sich der Verlag erfolgreich und wuchs so in den folgenden Jahren zu einem großen Medienunternehmen. Doch jetzt scheint es ein neues Kapitel in der Geschichte zu geben.
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Die Medien sind im Wandel und auch der Büchermarkt entwickelt sich. In den letzten Jahren ist deshalb ein starker Rückgang in der Branche zu beobachten. Neue Entwicklungen und die vereinfachte Technik verdrängen nach und nach das klassische Buch. E – Books und kostenlose Internetbücher lenken das Interesse der Leser ab. Buchhandlungen und Verlage müssen in den nächsten Jahren um das Überleben kämpfen.
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Bertelsmann reagierte auf die Entwicklung und verkaufte schon letztes Jahr den nordamerikanischen Buchclub der Direct Group an den Privatinvestor Najafi Companies aus Phoenix, Arizona. Grund sei der Rückgang der Mitgliederzahlen in den Buchclubs. Laut Hartmut Ostrowski, Vorsitzender der Bertelsmann AG, dürfen Geschäfte, die nicht aus ihrer schwachen Position heraus kommen und wiederholt ihre Ziele verfehlen, das Unternehmen nicht länger belasten.
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Es bleibt aber offen, ob 2009 weitere Geschäfte verkauft werden sollen. Bis zum Sommer soll aber Klarheit über die Zukunft einzelner Geschäfte in Europa und in anderen Teilen der Erde herrschen. Fakt ist, der Buchhandel wird auch in den nächsten Jahren ein Geschäft sein, was langsam schrumpft.
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Philipp Dude, 10 Januar 2009
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Quellen:
.„Kommt raus! Nutzt die Möglichkeiten!“
Der QR-Code stammt ursprünglich aus Japan, doch seine Anwendung verbreitet sich nun auch in Deutschland, wie in den Medien, in Bereichen der Kunst und im alltäglichen Leben. Hinter seinem unverwechselbaren, einzigartigen Aussehen verbergen sich Informationen der medialen Welt.

QR steht für quick response, zu Deutsch ‚schnelle Antwort’. Der Code ist ein 2D-Code aus einem schwarz-weißen Raster. Er dient zum schnellen Abscannen von Informationen. Das Lesen der Codes ermöglichen ein internetfähiges Handy mit integrierter Kamera und eine spezielle Software. Nach dem Fotografieren des Codes leitet die Software den Nutzer direkt zur Website, ohne Eintippen der URL. Die Nutzung des Codes ist gratis, das Web-Angebot kann jedoch kostenpflichtig sein. Auf der Website http://qrcode.kaywa.com kann jeder für seine Website seinen eigenen QR-Code generieren.
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Codes in der Presse
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Zunächst kennzeichneten die QR-Codes ab 1994 Produktionselemente in der japanischen Autoindustrie. In Deutschland setzt seit 2007 auch die Tageszeitung WELT KOMPAKT solche Codes ein, um auf Zusatzinformationen zum gedruckten Artikel zu verweisen. „Zurzeit sind QR-Codes die einfachste Möglichkeit, Zeitung und mobiles Internet zu verknüpfen.“, konstatiert Frank Schmiechen, der stellvertretende Chefredakteur der WELT KOMPAKT. Zu Videos, MP3s oder weiteren Informationen zum Text gelangt der Leser mit einem Klick auf dem Handy. Die erfolgreichsten Codes scannen WELT KOMPAKT-Leser über 1 000 Mal. Der Druck im konkurrierenden Zeitungsgeschäft ist hoch und fordert daher Innovationen. „Ich glaube, dass am Ende die Zeitung, die sich am engsten mit dem Internet verknüpft, die besten Chancen hat zu überleben“, äußert Schmiechen gegenüber movingmedia. „Bis jetzt ziehen sich viele Zeitungen oft in ihre dunkle Printhöhle zurück. Kommt raus! Nutzt die Möglichkeiten!“, so Schmiechen.
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Pixelige QR-Kunst
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Nicht nur für Medienleute wie Frank Schmiechen haben „QR-Codes eine ganz eigenständige Ästhetik, die sie sofort wiedererkennbar macht“, auch Künstler wie Frank Haase beziehen multimediale Elemente in ihre Werke ein. Haase malt Bilder mit QR-Code Motiven. Mit ihnen kann er auf bewegte Bilder verweisen und eine Dreidimensionalität darstellen. movingmedia gegenüber erklärt er: „Das Bild, was an der Wand hängt, ist eigentlich nur noch ein schmückender Eingangsrahmen in eine weitere Bildebene.“ Diese Ebene steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Werk und bildet somit eine Komponente des Gesamtkunstwerks. „Sie können auch auf eine spezielle Homepage verweisen und auf dieser Homepage, dann weiter die Geschichte fortführen, die das Bild beginnt zu erzählen.“, fügt Haase hinzu. Seine Kunstwerke mit QR-Code-Motiven führen zu Audiodateien, Filmen, Animationen, weiteren Bildern oder zu Gedichten. Um die vollkommene Wirkung der Verbindung von Kunst, Handy und Internet darzustellen, installieren Frank Haase und sein Team 2010 in der Landesgartenschau in Hemer 25 QR-Werke im Freien.
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Verschlüsselte Informationen
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Neben Künstlern wenden auch Unternehmen die Codes an. Das Online-Ticket mit 2D-Code setzt die Deutschen Bahn bereits seit 2005 ein. Da stetig mehr Kunden das Internet benutzen, sollte das Online-Ticket schnell erfassbar sein. Mit Einführung des Aztec Codes, sind die Tickets schnell und von allen Seiten lesbar. Oft werden sie „als DB Handyticket gebucht, bei dem die Kunden eine MMS mit allen relevanten Buchungsinformationen und dem Barcode erhalten“, so Mathias Hüske, Leiter des Online- und Agenturvertriebs der DB Vertrieb GmbH.
Auch die Deutsche Post arbeitet mit 2D-Codes, den Datamatrixcodes. Sie dienen zur Frankierung und enthalten interne Informationen, wie Sendungs- und Freimachungsart oder Porto für die korrekte Bearbeitung und die Entgeltsicherung.
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Zukunft: Weltweite Vernetzung
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Um QR-Codes zu lesen, ist eine Software erforderlich. Solch einen ‚Reader’ entwickelte unter anderem die Kaywa AG. Roger Fischer, Geschäftsführer des Unternehmens äußert gegenüber movingmedia: „Die Verbindung von dem realen Raum, mit dem virtuellen, das ist eigentlich das Geniale daran und dass, wenn ich einen QR-Code scanne, ich einfach dorthin komme, wo ich hin will. Ich muss nicht eine Website eintippen.“ Weltweit kommen 2D-Codes beim E-Learning, bei Busstationen zur Fahrplanauskunft und auf Visitenkarten zum Einsatz. Fischer hat die Idee von einem umfassend vernetzten Ort-Personen-System: „Wir machen ein Projekt das heißt DokoDare, was soviel heißt wie „Wo Wer.“ Dem Konzept nach sollen auch Orte Codes enthalten, um dem Anwender zusätzliche Informationen zu dem Standort zu übermitteln.

Patricia Haueiß, 10. Januar 2009
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Quellen:
Interview mit Frank Schmiechen, stellvertretende Chefredakteur der WELT KOMPAKT
Interview mit Mathias Hüske, Leiter des Online- und Agenturvertriebs der DB Vertrieb GmbH
Interview mit Roger Fischer, Geschäftsführer der Kaywa AG
Interview mit Frank Haase, QR-Code-Künstler
ZDF-Mediathek – Sendungen – neues (3sat): Die Welt ist ein Code
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Internet:
itwissen.info
Bilder:
QR-Code_movingmedia.jpg
Aztec+Datamatrixcode_movingmedia.jpg
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Kurzschluss
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Im März ist es wieder so weit: die ceBIT, eine der größten Technikmessen in Europa, öffnet vom 3. bis 8. März ihre Pforten für den trendbewussten „Homo digitalis“. Ein passender Begriff, geprägt von Jürgen Krönig. Der Journalist äußerte sich auf www.medien-monitor.de über den rasenden Wandel der Technik, dass jedoch alle möglichen Unzulänglichkeiten und Probleme des menschlichen Miteinanders und gesellschaftliche Fragen die selben bleiben würden. Liebeskummer wird’s also auch in fünfzig Jahren noch geben – trotz allen technischen Schnickschnacks. Der Programmvorschau der ceBIT 2009 ist zu entnehmen, wie sich die Messe großspurig „am Puls der Zeit“ wähnt. Interessant zu lesen ist, dass das Erdenvolk im Internet als solchem angeblich die Lösung für alle seine gravierenden gesellschaftlichen Probleme sieht. Von der Hoffnung auf eine umfassende Demokratisierung vieler Länder ist da die Rede. Internet-Transparenz und stetig wachsende Informationsflut sollen das Gesundheitssystem ankurbeln. Hehre Ziele! Jetzt wollen sich sogar Informations- und Telekommunikations-Technologen (ITK) zu Rettern des maroden Klimas aufschwingen. Aha. Computer sollen da weitermachen, wo der Mensch allein nichts mehr an- oder ausrichten kann. Die Geister, die er rief. Der Casus macht lachen. Schließlich trägt die jahrelange Fabrikation und Benutzung von PC und Co. nicht unerheblich zum massiven Schaden an unserer Atmosphäre bei. Es bleibt spannend, welchen „substanziellen Beitrag“ besagte ITK-Techniken für den Klima- und Umweltschutz leisten können. Dem krampfhaften Bemühen der ITK-Spezis um Möglichkeiten der umweltfreundlicheren PC-Herstellung- und Nutzung steht Jürgen Krönigs Aussage über die Ignoranz der großen Herstellerkonzerne gegenüber wirtschaftlichen und klimatischen Aspekten entgegen . In den letzten Jahren habe die Entwicklung neuer Geräte zu einer Verdopplung des Energiebedarfs geführt, moniert er. Ein paar Zahlen hin und her gerechnet, und die ceBIT-Fanatiker werden sich gehörig ärgern. Darf man Krönigs Rechnungen glauben schenken, müssten künftig mehr stromproduzierende Atomkraftwerke gebaut werden, um den Elektrizitätsbedarf vieler Haushalte zu decken. Ein krasser Gegensatz zu den Hymnen der ITK-Wetter-Götter. Dennoch: ohne Strom geht heute gar nichts mehr. Bei einem umfassenden Stromnetzkollaps fiele der Mensch in die Steinzeit zurück, müsste sich ohne seinen schützenden Kokon aus kleinen und großen Maschinen, die alles so viel leichter gemacht haben, durchschlagen. Und selber wieder Kartoffeln anbauen. Keine Peanuts. Zweifelhaft ist, ob die Neuentwicklungen der ITK, die demnächst auf der ceBIT mit großem Tamtam vorgestellt werden, tatsächlich halten was sie versprechen. Ob sie Herstellung und Nutzung von Technik zugunsten des Weltklimas revolutionieren können, wie angepriesen, oder ob alles nur ein Tropfen auf dem heißgelaufenen Monitor ist. Zack! Kurzschluss.
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Anna-Sophie Naumann, 11. Januar 2009
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Quellen:
Guter Journalismus bald nur noch Rarität
Immer mehr automatische Nachrichtenangebote erobern das Internet und verdrängen den klassischen Journalismus. Man konkurriert als Redakteur mit Algorithmen und Onlinebetrieben um Leserschaft. Werden wir unsere allmorgendlichen Nachrichten aus der Zeitung jetzt über den Laptop beim Frühstück erhalten?
„Es war die beste Zeit und zugleich die schlimmste. Im Jahre 2015 haben die Menschen Zugang zu einem früher nie für möglich gehalten Umfang an Informationen. Jeder trägt irgendwie dazu bei eine lebendige Medienlandschaft zu kreieren. Die herkömmliche Presse jedoch existiert nicht mehr, das Glück des vierten Standes ist verblasst.“ So beginnt der Kurzfilm „EPIC 2014“, welcher einen düsteren Zukunftseinblick auf das Jahr 2015 geben soll. Der von den beiden amerikanischen Journalisten Robin Sloan und Matt Thompson produzierte Achtminüter löste weltweit heftige Diskussionen über die weitere Zukunft des klassischen Journalismus aus. Beginnend mit einer Art Zeitraffer über die Erfolge von Google, Amazon, Friendster sowie Blogs versucht „Epic 2014“ eine realistisch wirkende Weiterfolge dieser Unternehmen aufzuzeigen. Eine der Vorhersagen meint, dass Amazon und Google sich zu Googlezon vereinigen werden, um ihre Informationen zusammen für: „….Totale Anpassung des Content und der Werbung an die Kundenwünsche.“ Der Film ist zwar nur eine Art negative Zukunftsvision, welche vor den Entwicklungen des Journalismus warnen will, jedoch sind die automatisch vom Computer aufgezeigten Nachrichtenangebote längst schon vorhanden.
Nachrichtendienste wie GoogleNews besitzen schon gar keine Redaktion und lassen durch sogenannte Crawler alle Nachrichten im Internet heraussuchen. Die Algorithmen sortieren dann Aktualität, Glaubwürdigkeit und unterscheiden sogar ähnlich bedeutende Artikel völlig selbständig. Genauso wie es der erstmals 2004 veröffentlichte Kurzfilm schon vorhersagte. Ein neuer Dienst von Yahoo bietet sogar die Möglichkeit durch geschickte Stichwort-Suche den geschlossenen Inhalt von kostenpflichtigen Tageszeitungen im Netz zu durchsuchen.
Dies alles führt zu qualitativschlechterem Journalismus und auch die harte Recherchearbeit wird zu Nichte gemacht. Es gibt keine Unterscheidungen mehr zwischen dem guten qualifizierten Journalismus und dem, von vielen als negativ bezeichnetem, Bürgerjournalismus. Somit ist der Nachrichtenticker nicht mehr als reines Material zur Aufbereitung gedacht sondern dient jedem der sich mit RSS-Readern auskennt als Möglichkeit der eigenen Nachrichtenschreiberei. Blogs bieten den Usern die Möglichkeit sich über Landesgrenzen hinweg ihre Nachrichten zu verbreiten und bietet so die Möglichkeit durch Suchmaschinen noch lange im Netz vertreten zu sein. Das können Zeitungen nicht offerieren.
Feststeht, dass die Originalartikel der Zeitungen meistens nur noch einen schwindend kleinen Anteil am Journalismus im Printbereich und im Netz haben und somit immer mehr verdrängt werden. Was wichtig ist und was nicht wichtig ist entscheidet letzen Endes der Leser bzw. heutige Blogger.
Jennifer Eder, 11. Januar 2009
Quellen:
stern.de (1)
stern.de (2)
focus.de
mediale-aufmerksamkeit.de
tagesschau.de
sueddeutsche.de
faz.de
zeit.de
DRM – (un)nötiger Schutz der Medien?
Neue Diskussionen um das beliebte Thema DRM (Digital Rights Management) sind Entfacht, nach dem Apple auf DRM freie Titel im iTunes Store umstellt. Doch was bedeutet eigentlich DRM? Wie wird das Verfahren technisch umgesetzt? Worauf muss der Nutzer im Umgang mit kopiergeschützten Medien achten und wie stehen die Zukunftschancen des Kontrollorgans der digitalen Medien?
Unter allgemeinem Aufatmen stationierte nun auch Apple ein Exempel gegen den digitalen Kopierschutz. So können bis April die Musikbegeisterten im iTunesStore alle Titel DRM frei erwerben. Möglich wird dies durch eine Einigung zwischen Apple und den drei Majors Sony, Universal und Warner auf ein flexibles Preismodell. Dies heißt für den Nutzer, dass er für einen Einzeltitel entweder 69 Cent, 99 Cent, oder 1,29 Cent investieren muss.
Digital Rights Management (DRM) bezeichnet Methoden, mit denen die Nutzung von digitalen Medien kontrolliert wird. Vereinfacht gesagt, DRM gibt vor, was der Nutzer mit digitalen Inhalten machen darf. Anwendung finden die Verfahren hauptsächlich bei digitalen Inhalten wie Filme oder Musik. Am gebräuchlichsten sind „Windows Media DRM“ von Microsoft, „FairPlay“ von Apple, und das „OMA DRM“ der Open Mobile Alliance. FairPlay findet besonders beim iPod und iPhone, sowie beim zugehörigem iTunes und dem iTunesStore Verwendung. Onlineshops wie Musicload und Napster verwenden in erster Linie das DRM von Microsoft. „OMA DRM“ enthält Spezifikationen von zum Beispiel Klingeltönen und Musik auf mobilen Endgeräten. Die Umsetzung erfolgt über eine Verschlüsselung des Inhaltes, das heißt die Musiktitel werden verschlüsselt und können nur durch die zugehörige Lizenz, welche den bestimmten Schlüssel und die Rechte enthält, entziffert werden. Erst nach dieser Decodierung, wird der Inhalt des Musiktitels an die Wiedergabe-Software weitergegeben und kann vom Nutzer angehört werden. Rechtlich gesehen, wurden solche Verfahren durch nationale Gesetze verschärft. Laut § 108b des Urheberrechtsgesetzes wird die Umgehung von wirksamen Schutzmechanismen mit einer Geldstrafe verurteilt oder sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Wichtig für den Nutzer und auch straffrei ist allerdings die Erstellung einer Sicherungskopie. „ Mit dem Computer eine analoge Kopie des DRM-geschützten Liedes zu erstellen ist erlaubt, weil dabei kein wirksamer Kopierschutz im Sinne des Urheberrechtsgesetzes umgangen wird“, gibt Anwalt Alexander Wachs in netzwelt.de zu verstehen.
Um die Vor- und Nachteile herrscht eine große Diskussion. Befürworter, in erster Linie aus dem Bereich der Inhalteanbieter, sehen die Kontrolle nötig zum Schutz des geistigen Eigentums der Künstler. Anderer Meinung dagegen ist Rodrigo Gonzáles, Bassist bei den Ärzten, laut Interview mit der Fachzeitschrift c’t: „Man versteckt sich gerne hinter den Musikern. Ich frage mich nur, ob jemals ein Musiker einen Cent gesehen hat wegen irgendwelcher Massenklagen oder der Abschaltung von irgendwelchen Portalen.“ Besonders problematisch für alle DRM-Gegner, meistens Verbraucher- und Datenschützer, ist die Einschränkung der Benutzerfreundlichkeit. So ist die Kompatibilität von Wiedergabegeräten und digitalem Inhalt für den Nutzer sehr begrenzt. Denn merklich jeder kocht sein eigenes Süppchen und es gibt keinen einheitlichen DRM-Standard. Des Weiteren sehen Kritiker den drohenden Verlust von gekauften Informationen, denn durch zum Beispiel Firmenübernahmen oder Insolvenzen ändert sich der Inhalteanbietermarkt. Gefahr für den Nutzer, so bald sich eine Software auf dem Computer ändert, können die gekauften Musiktitel verloren gehen.
Gonzáles sieht für den DRM in der Zukunft schwarz, sollte es weiterhin keine Veränderungen geben: „Ja natürlich, die fetten Jahre sind vorbei. Und das realisieren sie seit mittlerweile sieben Jahren, haben aber nie so richtig die Konsequenzen gezogen.“ In der Film- und Spielebranche sieht es dagegen ganz anders aus. Hier wird versucht das Rad neu zu erfinden und die nicht immer fehlerfreien Systeme schießen wie Pilze aus dem Boden. Den Nutzer mag es so lange egal sein, so lange alles so funktioniert. Schaltet jedoch ein Versorger den DRM-Server ab, gehen alle zugehörigen legal gekauften Informationen für den Nutzer verloren.
Mareike Fischer, 12. Januar 2009
Quellen:
www.heise.de
www.netzwelt.de
www.wikipedia.de
www.fscklog.com
www.tomshardware.com
Web 2.0 als neue, billige Werbeplattform
Das Schreckgespenst Finanzkrise geht umher, der Umsatz ist mies, die Kauflaune getrübt. In solchen Zeiten haben neue, günstige Werbestrategien Hochkonjunktur. Der Wolf im Schafspelz heißt virales Marketing und lauert neuerdings auf Video Plattformen und in Social Communities dem armen Konsumenten auf. Dass diese dabei selbst zum Verkäufer werden, ist den meisten gar nicht klar.
Online-Werbung heutzutage gewinnbringend zu platzieren ist ein immer schwierigeres Geschäft geworden. Längst ist der abgestumpfte Konsument des 21. Jahrhunderts gegen die visuellen Versprechen der Werbeindustrie immun. Eine Lösung fand die Industrie darin, witzige oder beeindruckende, in jedem Fall erwähnenswerte, Kampagnen zu produzieren. Diese verbreiten sich dann durch ihren oft humorvollen Charakter wie ein Lauffeuer im Web und sorgen in unzähligen Blogs und auf Video-Plattformen für Unterhaltung. Dabei haben die meisten relativ wenig mit dem eigentlichen Produkt gemein. Beispielhaft hierfür ist die Kampagne eines großen deutschen Baumarktes, wo die frei erfundene Kunstfigur „Ron Hammer“ bei einem missglückten Motorrad-Stunt spektakulär verunglückt. Die im Herbst 2006 in den deutschen Medien für Furore sorgende crossmediale Werbeaktion war ein gezielter Einsatz von viralem Marketing. Zumal die zuständige Agentur durch absichtlich platzierte falsche Informationen, zum Beispiel bei Wikipedia, versuchte deren Glaubwürdigkeit zusätzlich zu untermauern. Gezielt wird auf die Verbreitung solcher Werbung durch den Konsumenten gesetzt. Ein Video, was ein Freund empfiehlt, hat eine positivere Werbewirkung, als ein blinkendes Banner mit einer fragwürdigen Botschaft.
Seit kurzem entwickelt sich allerdings ein noch viel stärker werbendes Element im Web und das scheinbar von selbst: Gruppen in Social Communities. Ursprünglich als Sammelbecken von Usern gleichen Interesses gedacht, avancieren Gruppen mittlerweile zuhauf zu kommerziellen Schmelztiegeln. Vom Waschmittel bis hin zum Schokoriegel – überall findet sich die kostenlos generierte Schleichwerbung.
Diese offene Identität mit Marken ermöglicht aber vor allem Firmen ihre Produkte näher am Konsumenten zu bewerben, als das mit traditionellen Werbeplattformen zu erreichen wäre. Getarnt als normaler Anwender ist es ihnen möglich, Gruppen frei nach Belieben zu erstellen, ihre Produkte gezielt ins Licht zu rücken, mit Bildern und Links hochzuzüchten und das ganz im Sinne des Web 2.0. Ein konkreter Nachweis ist nicht möglich, da sich alle Hinweise in der Anonymität des Internets verlieren. Und selbst wenn, haben die Verantwortlichen solcher Aktionen nichts zu befürchten, außer vielleicht einen verschmerzbaren Imageverlust. Aber dann können sie ja einfach eine neue Kampagne starten.
Alexander Haase, 12. Januar 2009
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Quellen:
studivz.de
wikipedia.org
crossmedia.de
youtube.com
drweb.de
Community Effects Studie 2008
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Rundfunk im Onlinemedium – „RADIO BOB!“ zeigt wie es geht.
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Der Wettlauf gegen die Zeit hat begonnen. Die Onlinemedien laufen einen großen Schritt voraus. Oder gibt es doch eine Chance sie einzuholen oder sogar auf den Zug aufzuspringen?
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Ein eindrucksvolles Sendekonzept präsentiert uns der neue hessische Radiosender „RADIO BOB!“- Hessen RockŽn Pop.Dieser Sender versucht sich seit 5.August 2008 auf dem durchaus schwierigen Radiomarkt in Hessen zu etablieren. Der Senderneuling mit Sitz in Kassel, entstand aus einem Relaunch vom Vorgänger „Skyradio“, nachdem dieser keine Hörer mehr gewinnen konnte. Als sich dann die Berliner Radioholding „Regiocast“ eingeschaltet und den Mehrheitsanteil von der niederländischen Telegra Media Group gekauft hat entstand der neue Sender „RADIO BOB!“. Regiocast ist eine Berliner Beteiligungsgesellschaft und hat deutschlandweit etablierte Radioriesen unter Vertrag. Unter anderem „RADIO PSR“ aus Sachsen, „R.SH“ aus Schleswig-Holstein, „LandesWelle THÜRINGEN“ aus Thüringen und seit Anfang August nun auch „RADIO BOB!“ aus Hessen. Doch soll sich „BOB!“, deren Kernzielgruppe 29-45 Jährige Männer sind, deutlich von den Sendekollegen abheben. Für einen neuen Radiosender ist es zunächst schwierig sich einen festen Zuhörerstamm aufzubauen. Dies wird zusätzlich dadurch erschwert, dass der neue Sender auf 23 verschiedenen Frequenzen im Bundesland Hessen zu hören ist. Daher konzentriert sich „RADIO BOB!“ auf eine starke Internetpräsenz. Gezielt begann der Sender nur mit einem Weblog, in welchem das „BOB! -Team“ mit den Besuchern und Hörern interagiert. Morningshow Moderator Oliver Peral gefällt dieser direkte Hörerkontakt :“Als erfahrener Radiomoderator arbeite ich das erste Mal mit einer so konsequenten Einbeziehung des Onlinekanals. Ich hätte nicht gedacht, dass das so erfolgreich möglich ist. Ich möchte nicht mehr ohne Blog arbeiten“.„RADIO BOB!“ und das gesamte Team sind selbst überrascht wie gut dieses Konzept von den Hörern aufgenommen wurde. Bereits in der ersten Woche als der neue Hessische Sender on air ging verzeichnete der Weblog knapp 100.000 Zugriffe.
Und „RADIO BOB!“ geht noch einen Schritt weiter. Mit dem „Webinspector“ hat „RADIO BOB!“ eine neuartige Verschmelzung von Radio und Internet geschaffen. Die Hörer klinken sich in das Programm ein und können über den „Webinspector“ direkt ins Sendestudio gelangen. Durch diese Möglichkeit fühlt sich der Hörer mit seinen Wünschen ernst genommen. Nachdem „RADIO BOB!“ 100 Tage auf Sendung und die innovative Internetpräsenz des Radio Neulings gut angekommen war wurde diese ausgebaut. Tausende User hatten sich in externen Foren und Netzwerken zusammengetan um sich über Hessen RockŽn Pop auszutauschen. Daher ermöglichte der Sender für seine Fans eine eigene Plattform dafür. Tom Adams Geschäftsführer von „RADIO BOB!“ : „Wir hatten so viele Anfragen von Fans, die dann über den Weblog einfach von anderen Fans beantwortet wurden. Das geht jetzt noch direkter – ebenso wie die Präsentation der eigenen Bandvideos und Musikaufnahmen, die jeder jetzt der breiten Masse zur Verfügung stellen kann“. Dieser junge Sender beweißt, dass durchaus Rundfunk und Onlinemedien ein gutes Team sein können. Abzuwarten bleiben nun die mit Spannung erwarteten Hörerzahlen der AG.MA Ende April diesen Jahres. Die AG.MA ermittelt die Hörerzahlen und Reichweiten eines Radiosenders mittels Telefonabfragen in deutschen Haushalten.„Radio BOB“! wird nun beweißen, ob sie auch mittels ihres neuen Konzeptes eine feste Größe im hessischen Rundfunk geworden sind.
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Sandra Kluge, 12. Januar 2009
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Quellen:
Radioszene/das Insidermagazin für radiomacher
Pressemitteilungen von Radio BOB!
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Die Zukunft ist 3D
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Die USA scheint im Film-Revolutionsfieber zu sein. Ganz an der Spitze ist DreamWorks-Animation-Chef Jeffrey Katzenberg, der das 3D-Kino als Mainstream der Zukunft betrachtet.
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Vor ungefähr 60 Jahren glaubte man bereits, dass der dreidimensionale Film der Durchbruch einer neuen Filmära wäre. Doch schnell kam es aus der Mode. Heute sind die Bilder klarer und qualitativ viel hochwertiger als damals. Die fünf größten Filmstudios, darunter 20th Century Fox und Walt Disneyglauben an eine erfolgreiche Zukunft des digitalen Films. Sie planen eine dicke Finanzspritze für das dreidimensionale Filmerlebnis. In den USA und Kanada sollen 20.000 neue Kinosäle 3D-fähig gemacht werden. Das ist Voraussetzung für den Erfolg von einer Vielzahl von Filmen, die zur Zeit in Hollywood aufwendig und kostenintensiv produziert werden. In den verhältnismäßig wenig existierenden 3D Kinos sind die Besucherzahlenüberraschend hoch.
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Auch hier in Deutschland ist das 3D Kino eine Perspektive.„Die Kinobranche – und natürlich auch die CinemaxX-Gruppe – konnte im Jahr 2008eine erfreuliche Steigerung der Besucherzahlen feststellen.“ so Arno Schmidt, Pressesprecher der CinemaxX AG gegenüber movingmedia. Werbetreibende können bereits ab Sommer 2009 ihre Spots in 3D von dem Kinovermarkter WerbeWeischer produzieren lassen. Kino mit Erlebniseffekt – „Weil mit einer solchen, fühlbaren Veränderung auch ein Geschäftsmodell verbunden ist, werden sicher auch in Deutschland relativ schnell einige Leinwände umgerüstet.“ sagt Arno Schmidt.Deutschland steht jedoch noch am Anfang. Die Entwicklung hängt stark von der Zahl der zur Verfügung stehenden Kinosäle ab. Wenn es zu wenig gibt, wird der 3D-Film weiterhin eine wenigerbedeutende Rolle in der Kinowelt haben. Die Produktion solcher Filme ist sehr kostenintensiv. “ Bei bisher angekündigten circa 15 hierfür produzierten Filmen (von geschätzt rund 450 Neustarts) im Jahr 2009 ist der Bedarf an entsprechend ausgestatteten Leinwänden aber noch eher gering.“, bestätigt Schmidt. Läuft das Kinogeschäft in 3D jedoch erst einmal, können Studios und Verleiher ernorme Kosten sparen. Denn die digitalen Daten müssen nicht wie Filmrollen verschifft werden, sondern können einfach per Datenübertragung versendet werden. Auch Kinobetreiberhaben Vorteile. Filme können nun immer und immer wieder von der Festplatte abgespielt werden, ohne dass ein Qualitätsverlust entsteht. Schmidt ist letztendlich zuversichtlich: „Auf absehbare Zeit wird Kino sicher beide Alternativen parallel anbieten können und müssen.“
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Stephanie Nietzold, 11. Januar 2009
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Quellen:
schriftliches Interview mit Arne Schmidt, Pressesprecher CinemaxX-Gruppe Hamburg
pte.at
inside-digital.de
kress.de
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Netzgeflüster
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Barack Obama nutzte es für seinen Wahlkampf, Cisco verwendet es, um aktuelle Produktinformationen bereitzustellen und auch in Deutschland entwickelt es sich langsam zum Hype. Die Rede ist von Twitter, das derzeit wohl am schnellsten wachsende soziale Netzwerk und eine Mischung aus Blogeinträgen, Chats und Kurznachrichten.
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In 140 Zeichen kann der User der ganzen Welt mitteilen, was er gerade tut. „Ich gehe jetzt in die Kneipe“ oder „Bin gleich am Bahnhof und fahre mit dem ICE nach München“. Vorher festgelegte Personen („Buddies“) werden automatisch per SMS über neue Einträge informiert und können sich dann spontan entscheiden, dem Aufruf zum Kneipengang zu folgen. Natürlich funktioniert die Sache auch anders herum. Man beobachtet die Tweets von anderen Leuten und stellt bei Bedarf Kontakt zu ihnen her („Follower“).
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Die Zahl der Twitter begeisterten ist seit der Einführung im Jahr 2006 rasant gestiegen. Schätzungen zufolge nutzen derzeit über fünf Millionen Menschen den Mikro-Blog Twitter und es werden stündlich mehr. Wer also wissen möchte, was wildfremde Menschen nachts um halb drei so treiben, ist mit diesem Mikro-Blogging bestens bedient. Und wem das Lesen oder Schreiben von Tweets zu langweilig wird, der macht sich einfach einen Spaß und manipuliert die Konten und Postings von anderen Usern. So geschehen bei CNN-Sprecher Rick Sanchez, der in einem Tweet schreibt, er könne nicht auf Arbeit kommen, weil er „high von Crack“ sei. Für die weniger technisch affinen hält Twitter noch eine simplere Möglichkeit bereit, sich einen Spaß zu machen. Einfach mal schauen, welche prominenten Accounts noch frei sind und dann unter falschem Namen twittern. Wie Birte Oldenburg („Zuckerhund“), die sich den Namen „claus_kleber“ (ZDF-Korrespondent) gesichert hat. Seitdem schreibt sie unter seinem Namen amüsante Tweets wie „Ich habe jetzt die Handynummer von Obama. Soll ich Grüße ausrichten?“.
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Das Web 2.0 scheint mit Twitter auf dem Höhepunkt der Belanglosigkeiten angekommen zu sein. Auch wenn Twitter-Fans auf den wachsenden Informationsgehalt hinweisen, da eben nur 140 Zeichen zur Verfügung stehen, muss man doch die Frage stellen, wie viele Leute wirklich sinnvolle Nachrichten darüber verbreiten oder besser, wie viel verständliche und sinnvolle Information mit 140 Zeichen überhaupt möglich ist? Bei den meisten Tweets geht es sicherlich nicht um Information sondern einfach nur um Mitteilungsbedürfnis. Wer also mit der Masse mitschwimmen möchte oder wissen will, was andere Leute nachts halb drei anstellen, der kann sich unter http://www.twitter.com einen Account anlegen – wenn es nicht schon jemand anderes unter falschem Namen getan hat.
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Claudia Hösel, 12. Januar 2009
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Quellen:
Neuer Stern am Community- Horizont
Einen Blog haben sie schon. Jetzt springt HORIZONT, die Fachzeitschrift für Marketing, Werbung und Medien des Deutschen Fachverlags in Frankfurt am Main, auch auf die Erfolgswelle der SocialNetworks auf und startet ihre eigene Community „HORIZONTpeople“.
Seit Herbst kursierten schon Gerüchte, am 7. Januar ging HORIZONTpeople dann endlich online. Zuerst aber nur als Beta-Version, denn bis zum 21. Januar werkelt das HORIZONTpeople- Team noch fleißig an weiteren Diensten, die sukzessive freigeschalten werden sollen, so die Ankündigung auf www.horizont.net. Der Start verlief recht erfolgversprechend: innerhalb weniger Tage registrierten sich bereits ca. 870 Mitglieder. Nach einem Login stellt man jedoch fest, dass stark vom Anbieter www.xing.de kopiert wurde. Dies scheint in der Welt der Communities jedoch üblich zu sein, schaut man sich Facebook und StudiVZ an. Nun kommt die Frage auf, wird diese Community auch genutzt, wenn es bereits Anbieter wie eben XING gibt? Bei StudiVZ hat es bis jetzt recht erfolgreich geklappt! Also warum nicht? Sollte die Branche das Social-Networking auch annehmen könnten Bereiche der Community, wie „Projekte“ interessant werden. Hier haben die Mitglieder die Möglichkeit ihre Arbeiten wie Kampagnen, Konzepte und Fotostrecken vorzustellen. Wer zum Beispiel nach einem Projektleiter für Event sucht, der könnte hier fündig werden und müsste nicht mehr im großen „Internet-Universum“ verzweifeln.
Um dies zu verwirklichen, gibt es in der Community auch eine Feedback-Gruppe, in der Kritik, Lob und Anregungen der Mitglieder formuliert werden können. HORIZONTpeople steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Mitglieder, die im strukturellen Chaos auf der Plattform versumpfen, kritisieren vor allem die unübersichtliche Linkstruktur von Gruppen.
Somit hängt die Existenz von HORIZONTpeople von der Userkritik ab. Werden die Macher aktiv, haben sie eine Chance in der Medienbranche eine lukrative Adresse zu werden. Ansonsten werden sie noch vor dem großen Aufstieg in der Versenkung verschwinden und nur eins von zahlreichen Social-Networks bleiben.
Jenny Beier, 12. Januar 2009
Quellen:
horizont.net
horizontpeople.de
off‐the‐record.de
xing.com
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Der arme Poet im Internet
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Webseiten für Hobbyliteraten boomen. Veröffentlichungen im Internet mit Möglichkeiten zum sofortigen Feedback sind im Moment stark im Kommen. Wer seine literarischen Werke bekannt machen möchte, stellt sie meist ins Internet. Welche anderen Möglichkeiten es gibt und was das Internet auch für Nachteile in diesem Fall haben kann, ist eher unbekannt.
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Das Bild „Der arme Poet“ von Carl Spitzweg ist auch heute noch aktuell, denn vielen Erstautoren wird das Geld von so genannten Zuschussverlagen aus der Tasche gezogen. Bei diesen muss der Autor für die Veröffentlichung seines Werks eine Beteiligung an den Herstellungskosten übernehmen. Diese Beteiligung beträgt meist zwischen 200 und 500 Euro für ungefähr 250 einfache Druckexemplare. In diesem Zuschuss sind dann oft aber weder Marketing noch Lektorat enthalten. Bekannt machen und vertreiben muss der Autor sein Buch also selbst. Andere Verlage gehen mit Risikobeteiligungen auf Geldfang: „Die dafür dem Verlag zur Verfügung stehenden Finanzmittel sind voll ausgeschöpft. Es wird daher voraussichtlich erforderlich sein, dass Sie einen Kostenzuschuss leisten oder von dritter Seite beschaffen.“, heißt es in der Risikobeteiligung des R.G. Fischer Verlags. Dafür wird dem Autor Lektorat, Werbung und Vertrieb versprochen. Allerdings wird die Höhe des Zuschusses nicht definiert. Da viele Erstautoren solche Summen nicht aufbringen können beziehungsweise wollen, gibt es zwei Alternativen: Books on demand ist eine davon. Bei Books on demand kann jeder sein literarisches Werk mit einem kostenlosen Programm auf der Website gestalten und dann per E-Mail absenden. Die günstigsten Druckvarianten gibt es ab 850 Euro.
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Da auch das viel Geld ist, wenden sich immer mehr Hobbyautoren den kostenlosen Internetplattformen zu. Diese sprießen in den unterschiedlichsten Formen in der Internetlandschaft hervor. Sie bieten den Hobbyliteraten die Möglichkeiten zur Veröffentlichung und Diskussion. Solche Foren haben viele Vorteile: Sie bieten die Möglichkeit sich selbst als Autor und seine Werke bekannt zu machen. Außerdem haben andere User die Gelegenheit Texte zu bewerten und zu kritisieren. So entsteht ein reger Austausch und ein Lektorat durch viele für die eingestellten Texte. Das kann dem Autor helfen sich weiter zu entwickeln und seine Texte zu verbessern. Die Website www.leselupe.de bietet zum Beispiel „Meinungsaustausch mit über 3500 Autoren“ und eine „kostenlose Schreibwerkstatt für Ihre Werke“. Dem Autor wird also eine breite Plattform zur Diskussion mit anderen Autoren gegeben.
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Leider hat die Internetpublizierung von literarischen Texten nicht nur Vorteile: Sobald ein Text im Internet erscheint, gilt er als veröffentlicht. Viele Literaturwettbewerbe, die gern von Autoren genutzt werden um bekannter zu werden, fordern aber in keiner Form und/oder Bearbeitung veröffentliche Texte. Auch Verlage veröffentlichen in der Regel nichts (bis auf Zuschussverlage), was schon im Internet zu lesen war. Für Hobbyliteraten ist das Internet ein Segen: Man kann seine Texte kostenfrei zur Diskussion stellen und sich als Autor weiterentwickeln. Aber das Internet könnte ambitionierten Autoren auch den Weg zu anderen Veröffentlichungsarten verbauen.
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Anett Linke, 12. Januar 2009
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Quellen:
Virtuelle Abzocke
Geld verdienen im Internet – das ist längst kein Problem mehr. Doch den Glauben uninformierter Nutzer dies ohne weitere Arbeit zu können, nutzen immer mehr Internetfirmen aus. Mit leeren Versprechungen schaffen sie künstliche Euphorien bis der Druck enttäuschter Mitglieder zu groß wird. Dann führt meist eine stetig größer werdende Klagewelle zum Zusammenbruch der Internetexistenz. Und zum Start-up einer neuen.
Den Pc für sich arbeiten lassen und ohne weiteres monatlich einen Geldbetrag zu bekommen ist oft der Traum vieler Internetnutzer. Auch Sven B. (Name geändert) war einer von über 24.000 Mitgliedern, der auf die Versprechungen einer Internetfirma vertraute. Inetcash heißt die Firma, die bereits 2002 für Schlagzeilen sorgte, als sie erstmals Insolvenz anmeldete. „Dem Nutzer werden regelmäßige Auszahlungen durch das Einblendung von Werbeanzeigen während seiner Onlinezeit versprochen.“, erzählt Sven B. gegenüber movingmedia mit ernster Miene: „Doch bald bemerkte ich das Schneeballsystem, dass hinter Inetcash steckt. Jedes Mitglied verdient auch noch über seine geworbenen Mitglieder mit. Und natürlich wieder an den Mitgliedern, die von denen geworben werden.“
Das solche Systeme funktionieren können, zeigen seriöse Anbieter von „Geld-fürs-Surfen“ Angeboten wie die deutsche Firma CashCrawler GmbH. Die Dimension des Geldverdienens darf allerdings stutzig machen: Während beim Anbieter Cashcrawler mit langen Onlinezeiten ein Verdienst von etwa fünf Euro pro Monat möglich ist, bietet Inetcash bis zu 54 Euro monatlich für die selbe Aktivität. Nicht eingerechnet die Zusatzprovisionen für das Werben neuer Mitglieder – Damit könne man locker auf mehrere hundert Euro im Monat kommen.
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Von den 28 Euro, die Sven B. schon nach drei Wochen auf seinem virtuellen Konto sah, hat er genau wie tausende andere Nutzer nie etwas erhalten. Konsequent zahlte InetCash wenige Monate lang jeweils fünf Euro pro Nutzer nach einigen Tagen aus. Das System schien zu funktionieren, hunderte Neuanmeldungen wurden täglich registriert. Doch seit einem halben Jahr gibt es keinen Cent mehr, obwohl auf dem virtuellen Konto so manchen Nutzers hunderte Euro darauf warten ausgezahlt zu werden.
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Die Geschäftsführung von InetCash vertröstet uns in einer mit Werbung gespickten Standartabfertigung: „Wir arbeiten [...] mit Nachdruck daran, dass alle User Ihre Auszahlungen erhalten.“ Bisher gesetzte Fristen und angeblich laufende Arbeiten haben sich nicht bewahrheitet. Inzwischen mehrt sich die Kritik um Inetcash in vielen Foren. Sogar auf der offiziellen Seite der Firma: Über 1000 Beiträge zum Thema „Auszahlung nicht erhalten“ haben sich schon angesammelt und werden nicht einmal mehr gelöscht.
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„Erst wollte ich wie viele andere einen Anwalt einschalten. Allerdings habe ich keine Hoffnung mehr, noch an das Geld heranzukommen. Auf den Anwaltskosten will ich dann nicht sitzen bleiben.“, berichtet Sven B. Kein Wunder, da sich der Firmensitz mal wieder geändert hat. Aktuell wird im Impressum „WARWICKSHIRE – UNITED KINGDOM“ ausgewiesen. Bei Anruf der kostenpflichtigen 0900 Service Nummer weist eine freundliche Stimme vom Band auf aktuelle technische Schwierigkeiten hin.
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InetCash ist kein Einzelfall. Täglich erscheinen neue sogenannte „Pay4″ Angebote, die für bestimmte Arten von Internetnutzung bezahlen. Potenzielle Nutzer sollten kritisch prüfen, wie seriös das Angebot wirklich ist. Verbraucherschützer warnen vor den meisten dieser Angebote. Eine Liste von serösen Pay4-Firmen ist unter der Adresse http://www.verbraucherschutz-europa.eu abrufbar.
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Thomas Lerche, 11. Januar 2009
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Quellen:
Persönlicher Kontakt zu Geschädigtem „Sven B.“
verbraucherschutz-europa.de(1)
verbraucherschutz-europa.de(2)
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Live isn´t Life
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Der Dirigent klopft ein paar mal mit seinem Taktstock an das Notenpult um die Aufmerksamkeit seines Orchesters auf sich zu lenken, holt tief Luft und gibt mit einer lebendigen Armbewegung das Signal zum Einsatz der Instrumente. Man könnte meinen wir befinden uns mitten in einem Klassikkonzert. Tun wir auch. Zumindest fast.
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Denn am 6. Januar 2009 öffnete zum ersten Mal die Digital Concert Hall der Berliner Philharmonie ihre Tore. Zum Sonderpreis von 5 Euro konnte man Johannes Brahms “Erste Sinfonie”per live-stream vor den Computergeräten miterleben. Fünf ferngesteuerte HDTV-Kameras kommen bei den Übertragungen unter der Regie von nur 3 Tontechnikern zum Einsatz und versprechen für den virtuellen Gast exquisiten Bild- und Hörgenuss – sofern man die nötige technische Ausstattung dazu besitzt.
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Gerade neu ist diese Idee jedoch nicht. So stellt das Deutsche Symphonieorchester Berlin schon seit einiger Zeit ihrer 6-teiligen DVD- Reihe zu sechs große Symphonien, angereichert mit Animationsszenen aus dem Leben der Meisterkomponisten, Interviews mit den Musikern und Hintergrundinformationen zu den Werken auch als video on demand zur Verfügung. Doch eine Umsetzung in der Qualität und dem Ausmaß wie es die Berlin Phil Media GmbH unter der Leitung von dem Solocellisten Olaf Maninger, der den nötigen Anstoß zum dem Projekt gab, existierte bis jetzt noch nicht.
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Was den virtuellen Konzertbesuch so attraktiv macht ist sicherlich, dass man für nur 9,90 Euro einen Erste-Reihesitzplatz bekommen kann, wofür man sonst oft ein Vielfaches davon bezahlen müsste und auch nie vor dem Problem des Kartenausverkaufs stehen wird. Ob Backstageberichte und Interviews, ein Programmheft, Werkeinführung, Künstlerbiographien, sogar der Gesangtext und andere Zusatzinformationen einen echten Konzertbesuch jedoch ersetzen können, ist zu bezweifeln.Genauso wenig wie man mit einer DVD das live-Erlebnis eines Rockkonzertes einfangen kann. Da will man in der Masse mitspringen und -schwitzen, sich bei den Lieblingsliedern die Seele aus dem Leib singen. Es fehlt der Digital Concert Hall einfach die kulturgeschwängerte Atmosphäre für die man Eintrittsgeld bezahlt, der Geruch von noblem Holzparkett, der sich mit dem der aufdringlich parfürmierten Damen vermischt, die Gelegenheit dem Alltag und aus seinen eigenen vier Wänden zu entfliehen, sich mal richtig schick zu machen, das Leben und die Musik zu feiern. Das alles geht auf dem heimischen Sofa oder auf dem Drehstuhl vorm Laptop nicht. Das müsste ein Musikliebhaber und Fachmann in diesem Bereich wie Olaf Maninger doch eigentlich wissen.
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Gloria Enghardt, 6. Januar 2009
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Quelle:
Das große Geld mit Werbung von Außenstehenden
Pro Sieben. We love to entertain you. Diesen Slogan singen nicht nur Stars, auch eine eigene Kollektion hat dieser Satz. Bei Pro Sieben ist eben alles möglich. Ihr Internetauftritt ist Multimedial. Pro Sieben beschränkt sich dabei nicht auf kostenlose Spiele, wie die allerseits bekannten „Yeti Games“, sondern bietet alles was das Herz eines Zuschauers noch begehren könnte. Verpasste Sendungen kostenlos schauen, kein Problem. Wissen was neu im CD Regalen steht, auch kein Problem. Da lässt es einen schnell zum dem Schluss kommen: Pro Sieben liegt was an seinen Zuschauern.
Finanziert wird sich, wie es bei den privaten Sendern so allgemein üblich ist, über Werbung. Diese bringen sie jedoch nicht nur in den Werbeunterbrechungen an. Viel mehr ist ihre eigene Website eine reine Werbeplattform. Reklame wird hier allerdings nicht nur in eigener Sache gemacht. Jeder Außenstehende, der eine volle Geldbörse in der Hosentasche trägt, kann seine eigene Werbung unter dem Deckmantel von Pro Sieben schalten. Der Sender hat ein schlaues Konzept auf die Beine gestellt, indem er die Tochterfirma Seven One Media gründete. Diese existiert allein für das Werbemanagement des TV Giganten. Die interne Firma Seven One Media nimmt sich den ganzen Mitgliedern der ProSieben Media Group AG an. Als privater Werbeauftraggeber kann man sich folglich aussuchen bei welchem Sender der Senderfamilie er Werbung schalten möchte. Somit ist es kein Problem persönliche Reklame auf den Seiten von N24 oder Vox unterzubringen. Ein kleines Beispiel: Wenn ein Kunde in den bekannten Winterspielen von Pro Sieben eine Werbung schalten will, dann schaut er sich online einen Katalog an. Dort wird dem Kunden in einer Präsentation die erreichbare Zielgruppe in einem der Games näher gebracht. Schlussendlich liegt es an ihm wo er seine Anzeige gern platzieren will, im Zieleinlauf oder auf der Piste. Ein anderes lukratives Angebot für die ProSiebenSat.1 Media Group ist Deutschlands größter Messenger ICQ. So bezahlt ein Klient für die persönliche Werbung im kleinen Message Fenster 45 000 € pro Tag. Also wer sich noch fragt, wieso es etwas kostenlos gibt: Alle neugeschaffenen freien Flächen im Internet werden für Werbung ausgeschlachtet. Jedes neue Spiel, jede Erneuerung auf den Webseiten der TV Sender ist wieder eine ideenreiche Taktik Werbung von Hinz und Kunz an den Nutzer zu bringen. Dabei ist es Pro Sieben und den Anderen egal ob ihre eigene Plattform Werbebanner für alle möglichen Sachen trägt.
Sandy Buchtela, 09.Januar 2009
Quellen:
dwdl.de
prosieben.de
prosiebensat1.de
sevenonemedia.de
Es war einmal…die Lokalredaktion
Münstersche Zeitung, 24. Januar 2007: 18 Redakteure gefeuert. Passauer Neue Presse, 26. November 2008: 9 Mitarbeiter „freigestellt“. Und immer waren fast ausschließlich die Lokalredaktionen betroffen.
Münster und Passau: nur zwei traurige Beispiele wie sich die regionalen Tageszeitungen quasi selbst den Strick um den Hals legen und sich an den Galgen hängen. Sind doch die Lokalteile der Zeitungen das Wichtigste. Der Leser, der so ein Blatt abonniert, will doch seinen Lokalteil lesen. Er will wissen wer der neue Bürgermeister von Mecklenbeck ist. Er will wissen, ob der FC Salzweg gerade den Aufstieg geschafft hat. Er will wissen, was zum Tag der offenen Tür im Kindergarten Heining passiert ist. Kurzum: er will einen informativen, vor Ort recherchierten Lokalteil. Aber gerade dessen Qualität leidet immer wieder an den großen „Umstrukturierungen“ und„Kosteneinsparungen“ der Verleger. Da wird der Rathausreporter ersatzlos gestrichen, der lokale Sportjournalist darf sich ebenfalls einen neuen Arbeitsplatz suchen und der Lokalchef wird in eine andere Redaktion versetzt,wo er gleich drei Lokalteile betreuen darf. So wünschen es sich die meisten Verleger. Ist doch viel billiger. Und was zählt schon so ein kleiner Lokalteil? Die großen Mantelredaktionen dürfen dafür aufwändig recherchierte Berichte über Finanzkrisen, Iraq-Kriege und das Kickerkarussell in der Bundesliga abliefern, wo doch diegroßen Kloeppels, Buhrows und Miosgas das übernehmen. Und das auch noch viel schneller! Also liebe Zeitungsmacher: besinnt euch auf eure Aufgaben und gebt den Lokalmatadoren wieder eine Chance!
Ina Heinrich, 11. Januar 2009
Quellen:
jakblog
spiegel.de
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Couch vs. Kantine ?!
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Ende letzten Jahres wurde bekannt gegeben, dass Telekom sowie Premiere weiterhin die Bundesliga spiele aus der 1. und 2. Liga per IPTV und Mobilfunk ausstrahlen dürfen. Hinzu kommt, dass ab der nächsten Saison Premiere die Spiele per Livestream im Internet übertragen wird.
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Für ungefähr 275 Millionen Euro hat die Deutsche Fussball Lige die Pay-TV-Rechte an Premiere vergeben und somit ermöglicht, dass ab der Saison 2009/2010 die künftigen Bundesliga Fussballspiele im Internet ausgestrahlt werden können. In Form eines Livestreams kann sich der gemeine Fan die Fussballspiele auf dem Rechner oder dem Handy anschauen.
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Die Frage der Nation lautet nun: Wird Georg Mustermann sein normalen Fernseher gegen den PC-Bildschirm eintauschen, wobei er auch nebenher auf Arbeit mit Freunden in der Mittagspause ein Bier geniessen könnte oder ist alles nur heiße Luft?
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Deutschland als Fussballnation liebt den Ballsport und freut sich sicher über ein derartiges Finanzpaket der Großen, ob nun auf dem einen oder anderen Kanal. Der Mannschaftssport wird von jenen, die sich Zulieferer von Informationen nennen, zum Einzelvergnügen generiert und man hofft auf regen Verkehr im Internet. Georg Mustermann, seines Zeichens normaler Mediennutzer, wird das Angebot natürlichn hellaufbegeistert aufnehmen und seinen Alltag direkt nach der Errinnerungsfunktion seines „intertnetfähigen“ Handy´s ausrichten. Sich auf der Arbeit mit Kollegen zur gegebenen Zeit häuslich einrichten, das Bier kalt stellen, die Fahnen auspacken und ein Grölen aus den Tiefen seiner Fussballseele heraufbeschwören. Das sogenannte soziale Lagerfeuer der Masse befindet sich auf sieben Zoll bzw. 19 Zoll kleiner Flächen, die gespannt und aufgeregt von den Augen verfolgt wird.
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Der Trend der Großen immer neuere Gebiete des Angebots zu erschließen schreitet voran und erfindet das Rad immer wieder neu. Positive Nebeneigenschaft ist natürlich der erwartete Gewinn. Anzugträger die sich als kompetent erweisen, prognostizieren ein Anwachs der Zahlen, über die sich die Aktionäre freuen sollen. Und wieder sehen wir die Große Blase, welche sich über das Geschehene bildet und allen ein freudiges Lächeln auf die Gesichter zaubert. Landgewinn um jeden Preis mag ein Angebot schaffen, allerdings sollte sich die Geschäftsführung der Medienunternehmen lieber auf die Bedürfnisse des Konsumenten einstellen und den vielbetitelten Mehrgewinn für Georg Mustermann im Blick haben, als sich Hals über Kopf in die neue Blase zu stürzen.
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Tina Zeibig, 13.Januar 2009
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Quelle: