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Radio im Netz (Carolin Hübner)
Januar 14, 2009, 13:15
Gespeichert unter: Alles, Interview

Radio im Netz

Dietmar Timm, Leiter der Stabsstelle Zentrale Aufgaben/Multimedia für die Programme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur, ist unter anderem für den Auftritt im Internet zuständig. Gegenüber movingmedia äußerte er sich zu dem Thema „Online-Radio“ am Beispiel von Deutschlandradio.

Deutschlandradio ist ein nationaler Sender. Welchen Programmschwerpunkt legt Deutschlandradio im Vergleich zu anderen Radiosendern?

Deutschlandradio veranstaltet zwei Hörfunkprogramme: Deutschlandfunk als Informationsprogramm und Deutschlandradio Kultur mit einem kulturellen Schwerpunkt. Beide Programme zeichnen sich durch einen hohen Wortanteil aus.

Wann ging Deutschlandradio online und wann wurde der Live-Stream eingeführt?

Ein Online-Angebot von Deutschlandradio gibt es seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre, die Live-Streams beider Programme seit 2000.

Inwiefern hat sich die Beteiligung der Hörer im Radio verändertn bzw. wie viele Hörer verfolgen täglich den Live-Stream am Computer?

Inwieweit sich die Beteiligung der Hörer verändert hat, kann ich nicht beurteilen. Der Deutschlandfunk hat täglich rund 1,4 Millionen Hörer, Deutschlandradio Kultur rund      370 000. Die Live-Streams beider Programme werden monatlich rund eine Million Mal abgerufen. Ob es eine Verlagerung der Hörerschaft vom Radio zum Internet-Stream gab, wissen wir nicht.

Gab es seither einen Zuwachs der Hörerschaft?

Einen Zuwachs der Hörerschaft gab es in den letzten Jahren sowohl für Radio, als auch für die Live-Streams. Bei letzteren haben sich die Zugriffszahlen in den letzten beiden Jahren in etwa verdoppelt.

Welche Zielgruppe hat Deutschlandradio und wie hat sie sich durch den Einsatz des Internet-Live-Streams verändert?

Die Zielgruppen der beiden Programme haben sich durch den Einsatz der Live-Streams nicht verändert. Kernauftrag ist ja auch weiterhin, Radioprogramme anzubieten. Es werden über das Internet aber ganz offensichtlich etwas jüngere Zielgruppen erreicht.

Ist das Internetradio nur ein derzeitiger Trend oder wird es sich auch in Zukunft durchsetzen? Was meinen Sie und welche Tendenzen sind erkennbar?

Die Verbreitung von Radioprogrammen über das Internet hat sich als weiterer Verbreitungsweg – wohl auch für die Zukunft – durchgesetzt. Es gibt bereits jetzt einen Trend zum zeit- und ortsunabhängigen Hören, wie Audio on demand und Podcasts. Das wird sich verstärken. Sehr stark zunehmen wird der Wunsch nach Personalisierung, das heißt, die Möglichkeit zu nutzen, aus angebotenen Inhalten ein jeweils eigenes Programm zum privaten Gebrauch zusammenzustellen.

movingmedia bedankt sich recht herzlich für das Interview.

Carolin Hübner, 12. Januar 2009


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