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UKW Radio nur noch bis 2015
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Fernsehen ist moderner als Radio. Früher als geplant ist der Umstieg auf das digitale Fernsehen abgeschlossen. Jetzt soll das Radio folgen. Bis 2015 soll aus analogem digitales Radio werden. Wenn es nach der EU geht, wäre es schon 2012 soweit.
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So einfach wie die Umstellung beim Fernsehen auf DVB-T sieht es beim Radio leider nicht aus. Eine komplette Umstellung auf DAB (Digital Audio Broadcast) würde bedeuten, dass alle Radiogeräte in Deutschland, von heute auf morgen, nur noch Technikschrott wären. Alleine in den Haushalten wären rund 300 Millionen UKW-Geräte reif für die Müllkippe.
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Schon lange ist die Digitalisierung des Hörfunks im Gespräch. Viele Radiostationen senden zusätzlich zu ihren UKW-Frequenzen auch schon digital. Nach aktuellen Zahlen der „Radiozentrale“ liegt die DAB-Sendeabdeckung im Bundesgebiet bei rund 85 Prozent. Hört sich gut an, doch jetzt fangen die Probleme an. Laut der Uni Bonn haben aber tatsächlich nur rund 546 000 Bundesbürger einen DAB-Empfänger haben. Viele Signale sind auch noch so schwach, dass sie ohne eine Außenantenne nur schwer in den Gebäuden zu empfangen sind. Zudem fallen die staatlichen Subventionen für DAB stetig ab. So ist diese Form des Digitalradios für viele Radiosender nicht mehr rentabel. Sie stellen ihre digitale Programmübertragung ein. Dazu kommt dann auch noch, dass DAB schon veraltet ist und bald ausgedient hat. Denn die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten hat sich für die Einführung eines neuen digitalen Rundfunkstandards auf Basis von MPEG 4 AAC+ ausgesprochen. Damit sind auch viele verschiedene neue Technologiestandards sind im Gespräch.
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Hier wird es jetzt sehr unübersichtlich. Mit im Rennen sind DRM (Digital Radio Mondiale), DMB (Digital Multimedia Broadcasting), DVB-H (Digital Video Broadcast Handheld) und DxB (Digital Extended Broadcasting). DRM kann als Lang-, Mittel- und Kurzwelle übertragen werden. DMB ist der Nachfolger von DAB und soll dessen vorhandene Hardware nutzen. Mit DMB können neben Audio- auch Videosignale übertragen werden. DVB-H ist mit dem Fernsehstandard DVB-T zu vergleichen und kann ebenso wie DMB auch Videosignale verarbeiten. Außerdem versucht die Fraunhofer Gesellschaft in einem Modellversuch DMB und DVB-T zur Hybridtechnologie DxB zu vereinen.
Wer sich letztendlich durchsetzen wird ist noch unklar. Doch eines steht jetzt schon fest, im Endeffekt hat der Konsument das Nachsehen. Schnell kann das falsche Empfangsgerät im Einkaufswagen landen, denn im neuen digitalen Radiodschungel fällt der Durchblick schwer. Viele Verschiedene Technologien und noch mal mehr unterschiedliche Empfangsgeräte. Und was spielen die Radiohörer hier für eine Rolle? Außer als Käufer eigentlich keine. Die Digitalisierung des Hörfunks ist politisch gewollt und Medienpolitik ist nur selten Verbraucherpolitik.
Michaela Müller, 11. Januar 2009
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Quellen:
wikipedia.org
heise.de
radiozentrale.de
stuttgarter-zeitung.de
spiegel.de
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