.
Der Traum vom Online sein – jederzeit und überall
2009 ist das 10-jährige Jubiläum der mobilen Webnutzung per Handy. Auf dem Weg vom noch unausgereiften Start 1999 gab es einige Probleme, Lösungsversuche und Entwicklungen bis zu den neusten Innovationen.
Heutzutage werben immer mehr Handy-Anbieter für neue Modelle, die das Surfen zu jeder Zeit und fast jedem Ort ermöglichen sollen. Gleichzeitig werden massenhaft dazugehörige Flatrates angeboten, bei denen ein Anbieter den Anderen versucht zu übertrumpfen. Doch diese Selbstverständlichkeit ist nur ein weiterer Beweis für die schnelllebige Medienwelt mit der der Endverbraucher im 21. Jahrhundert konfrontiert wird. Gerade mal 10 Jahre ist es her, dass das Pioniermodell „WAP“ (das sogenannte Wireless Application Protocol ) auf der Cebit vom 18.-26. März vorgestellt wurde. Dies ist eine Kombination aus Techniken und Protokollen, welche Internetinhalte für die langsameren Datenraten, die längeren Antwortzeiten und die kleineren Displays im Mobilfunk verfügbar macht. Der genutzte Datenübertragungsdienst nannte sich GSM (Global System for Mobile Communications) und erreichte gerade mal 9,6 kbit/s. Zu dieser Zeit waren die auf dem Handy dargestellten Websites, bedingt durch begrenzte technische Möglichkeiten beim Display, jedoch noch schwarz/weiß, sehr schlicht gehalten und von schlechter Auflösung. Gleichzeitig wurde in Japan das konkurrierende i-mode Modell vorgestellt, welches bereits, im Gegensatz zu WAP, farbige Grafiken anbot. Diese hauptsächlich im asiatischen Raum verbreitete Version wurde erst 2002 von E-Plus in Deutschland aufgegriffen und vermarktet. Aber schon 2006 wurde es wieder eingestellt, da man sich auf das bereits stärker verbreitete WAP-Modell als Standart für Deutschland einigte. Bedeutendster Manko war aber immer noch die geringe Übertragungsgeschwindigkeit und damit oft unzumutbare, verbindungsdauerbezogene Kosten für den Kunden. Dieses Problem wurde im Jahre 2000 mit der Einführung des Übertragungsdienstes GRPS (dem General Packet Radio Service) in Angriff genommen, welches im Vergleich zu seinem Vorgänger eine fünffach höhere Übertragungsgeschwindigkeit erreicht, was einem damaligen 56-kbit/s- Standard-Internet-Modem entsprach. Kurz darauf wurden auch die ersten dafür geeigneten Handys auf den Markt gebracht, wie das 6310 von Nokia oder das SGH-Q100 von Samsung. Was der Käufer zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, dass parallel die Lizenzen für UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), der Weiterentwicklung von GPRS, für 100 Milliarden Mark versteigert wurden und somit zeitgleich schon der Weg für die 3. Mobilfunk Generation geebnet wurde. 2003 wurde dann das farbliche WAP 2.0 angeboten, was Websites dann wirklich farblich auf dem Handy darstellte. Der 3G UMTS-Standard (wegen der 3. Generation der Datenübertragungsdienste) wurde 2004 eingeführt und erreicht Geschwindigkeiten von ca. 384 kbit/s. Und wieder zogen u.a. Nokia und Samsung nach mit dem N-7600 und dem SGH-Z105, welche als Endgeräte UMTS nutzen konnten. Die neusten Errungenschaften sind die Übertragungsverfahren HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) mit bis zu 13,98 mbit/s und HSPA+ (High Speed Packet Access Plus), der Weiterentwicklung mit bis zu 28 mbit/s, welche beide aber im Gegensatz zu GRPS und UMTS nicht überall, sondern nur in Ballungszentren oder Großstädten nutzbar sind. Absehbar ist jedoch, dass auch diese Modelle in einigen Jahren der Standard in Deutschland sein werden und somit ein Surfen im Internet mit Geschwindigkeiten wie über einen stationären Internetanschluss möglich sein wird. Verarbeiten oder nutzen können solche Dienste allerdings nur die neueren Handys, vor allem aber auch Smartphones wie das iphone 3g von Apple, das Blackberry Storm von Vodafone, oder das G1 von T-Mobile.
.
Mario Kießling, 07. Januar 2009
.
Quellen:
.
Print:
Gelin, Rene: Mit dem Handy ins Internet, Düsseldorf 40223
Rosenbauer, Roland: Tessloffs Lexikon Multimedia, Internet, Computer, Handy & Co, Nürnberg 90419
Theml, Robert: Wireless Markup Language, Norderstedt 22848
.
Personell:
Studenten des Studienganges Wirtschaftsinformatik der FH Mittweida
.
Web:
Noch keine Kommentare bis jetzt
Kommentieren
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <pre> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>