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„Kommt raus! Nutzt die Möglichkeiten“ (Patricia Haueiß)
Januar 12, 2009, 18:46
Gespeichert unter: Alles, Hintergrundbericht

.„Kommt raus! Nutzt die Möglichkeiten!“

Der QR-Code stammt ursprünglich aus Japan, doch seine Anwendung verbreitet sich nun auch in Deutschland, wie in den Medien, in Bereichen der Kunst und im alltäglichen Leben. Hinter seinem unverwechselbaren, einzigartigen Aussehen verbergen sich Informationen der medialen Welt.

QR steht für quick response, zu Deutsch ‚schnelle Antwort’. Der Code ist ein 2D-Code aus einem schwarz-weißen Raster. Er dient zum schnellen Abscannen von Informationen. Das Lesen der Codes ermöglichen ein internetfähiges Handy mit integrierter Kamera und eine spezielle Software. Nach dem Fotografieren des Codes leitet die Software den Nutzer direkt zur Website, ohne Eintippen der URL. Die Nutzung des Codes ist gratis, das Web-Angebot kann jedoch kostenpflichtig sein. Auf der Website http://qrcode.kaywa.com kann jeder für seine Website seinen eigenen QR-Code generieren.

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Codes in der Presse

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Zunächst kennzeichneten die QR-Codes ab 1994 Produktionselemente in der japanischen Autoindustrie. In Deutschland setzt seit 2007 auch die Tageszeitung WELT KOMPAKT solche Codes ein, um auf Zusatzinformationen zum gedruckten Artikel zu verweisen. „Zurzeit sind QR-Codes die einfachste Möglichkeit, Zeitung und mobiles Internet zu verknüpfen.“, konstatiert Frank Schmiechen, der stellvertretende Chefredakteur der WELT KOMPAKT. Zu Videos, MP3s oder weiteren Informationen zum Text gelangt der Leser mit einem Klick auf dem Handy. Die erfolgreichsten Codes scannen WELT KOMPAKT-Leser über 1 000 Mal. Der Druck im konkurrierenden Zeitungsgeschäft ist hoch und fordert daher Innovationen. „Ich glaube, dass am Ende die Zeitung, die sich am engsten mit dem Internet verknüpft, die besten Chancen hat zu überleben“, äußert Schmiechen gegenüber movingmedia. „Bis jetzt ziehen sich viele Zeitungen oft in ihre dunkle Printhöhle zurück. Kommt raus! Nutzt die Möglichkeiten!“, so Schmiechen.

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Pixelige QR-Kunst

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Nicht nur für Medienleute wie Frank Schmiechen haben „QR-Codes eine ganz eigenständige Ästhetik, die sie sofort wiedererkennbar macht“, auch Künstler wie Frank Haase beziehen multimediale Elemente in ihre Werke ein. Haase malt Bilder mit QR-Code Motiven. Mit ihnen kann er auf bewegte Bilder verweisen und eine Dreidimensionalität darstellen. movingmedia gegenüber erklärt er: „Das Bild, was an der Wand hängt, ist eigentlich nur noch ein schmückender Eingangsrahmen in eine weitere Bildebene.“ Diese Ebene steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Werk und bildet somit eine Komponente des Gesamtkunstwerks. „Sie können auch auf eine spezielle Homepage verweisen und auf dieser Homepage, dann weiter die Geschichte fortführen, die das Bild beginnt zu erzählen.“, fügt Haase hinzu. Seine Kunstwerke mit QR-Code-Motiven führen zu Audiodateien, Filmen, Animationen, weiteren Bildern oder zu Gedichten. Um die vollkommene Wirkung der Verbindung von Kunst, Handy und Internet darzustellen, installieren Frank Haase und sein Team 2010 in der Landesgartenschau in Hemer 25 QR-Werke im Freien.

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Verschlüsselte Informationen

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Neben Künstlern wenden auch Unternehmen die Codes an. Das Online-Ticket mit 2D-Code setzt die Deutschen Bahn bereits seit 2005 ein. Da stetig mehr Kunden das Internet benutzen, sollte das Online-Ticket schnell erfassbar sein. Mit Einführung des Aztec Codes, sind die Tickets schnell und von allen Seiten lesbar. Oft werden sie „als DB Handyticket gebucht, bei dem die Kunden eine MMS mit allen relevanten Buchungsinformationen und dem Barcode erhalten“, so Mathias Hüske, Leiter des Online- und Agenturvertriebs der DB Vertrieb GmbH.

Auch die Deutsche Post arbeitet mit 2D-Codes, den Datamatrixcodes. Sie dienen zur Frankierung und enthalten interne Informationen, wie Sendungs- und Freimachungsart oder Porto für die korrekte Bearbeitung und die Entgeltsicherung.
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Zukunft: Weltweite Vernetzung
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Um QR-Codes zu lesen, ist eine Software erforderlich. Solch einen ‚Reader’ entwickelte unter anderem die Kaywa AG. Roger Fischer, Geschäftsführer des Unternehmens äußert gegenüber movingmedia: „Die Verbindung von dem realen Raum, mit dem virtuellen, das ist eigentlich das Geniale daran und dass, wenn ich einen QR-Code scanne, ich einfach dorthin komme, wo ich hin will. Ich muss nicht eine Website eintippen.“ Weltweit kommen 2D-Codes beim E-Learning, bei Busstationen zur Fahrplanauskunft und auf Visitenkarten zum Einsatz. Fischer hat die Idee von einem umfassend vernetzten Ort-Personen-System: „Wir machen ein Projekt das heißt DokoDare, was soviel heißt wie „Wo Wer.“ Dem Konzept nach sollen auch Orte Codes enthalten, um dem Anwender zusätzliche Informationen zu dem Standort zu übermitteln.

Patricia Haueiß, 10. Januar 2009

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Quellen:

Interview mit Frank Schmiechen, stellvertretende Chefredakteur der WELT KOMPAKT
Interview mit Mathias Hüske, Leiter des Online- und Agenturvertriebs der DB Vertrieb GmbH
Interview mit Roger Fischer, Geschäftsführer der Kaywa AG
Interview mit Frank Haase, QR-Code-Künstler
ZDF-Mediathek – Sendungen – neues (3sat): Die Welt ist ein Code
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Internet:
itwissen.info

Bilder:
QR-Code_movingmedia.jpg

Aztec+Datamatrixcode_movingmedia.jpg


3 Kommentare bis jetzt
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toller Artikel!

Kommentar von kunzman

ein inspirierendes medium mit potential -
sehr informativ und anschaulich beschrieben!

Kommentar von seidemann

toller artikel, sehr fundiert und informativ. würde gern mehr artikel dieser art lesen.

mario

Kommentar von Mario




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